Urheberrecht

YouTomb - Videos, die Youtube nicht zeigt

Von news.de-Redakteurin Anja Guhlan

Die Plattform YouTomb wird eigentlich als Friedhof von YouTube-Videos verstanden. In Wahrheit ist es ein Forschungsprojekt, das aufzeigen will, wie YouTube Videos nach Urheberrechtsverletzungen selektiert.

Das Forschungsprojekt YouTomb zeigt auf seiner Seite Videos, die YouTube wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen von seinen Seiten entfernt hat. Auf diese Weise wollen Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) aufzeigen, wie YouTubes Software Urheberrechtsverletzungen erkennt und welche Fehler dabei auftreten. Denn die Studenten vermuten, dass auch legale Videos untergraben werden.

YouTomb erfasst nur die MetadatenZusatzinformationen zu einer Datei oder einer Internetseite, welche oft nur mit spezieller Software auslesbar sind bzw. nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. der bei YouTube entfernten Videos und bietet diese nicht selbst an. Die Seite zeigt aber, wie lange die einzelnen Dateien bei YouTube zum Abruf bereitstanden. Zu jedem gelöschten Video werden außerdem einige Screenshots angezeigt sowie die Namen derer, von denen das Video hochgeladen wurde, und derjenige der seine Löschung angefordert hat.

Den Forschern geht es darum, herauszufinden, welche Art von Videos auf der Plattform keine Chance haben und warum. Derzeit listet YouTomb rund 280.000 Videos auf. Ein knappes Viertel davon verstößt dabei gegen Urheberrechte, der Rest steht in Koflikt mit den Nutzungsbedingungen bei YouTube.

So kursierte bei YouTube eine Parodie mit dem Titel «Hillarys Downfall», in welcher Szenen aus dem deutschen Film Der Untergang mit dem Worten von Hillary Clinton unterlegt wurden. Das Video wurde durch den Verleiher Constantin Film gelöscht, weil es tatsächlich Urheberrechte verletzte. Ein Blick quer durch das Archiv von YouTomb zeigt, dass meist große Firmen wie Sony oder Warner hinter den Verboten stecken.

Während die großen Firmen versuchen, ihre Filme vor unrechtmäßiger Vervielfältigung zu schützen, wollen die Studenten des MIT hauptsächlich kleine und kreative Kunstwerke schützen. Denn YouTube lebt von den Kreativen, die zum größten Teil die YouTube-Clips produzieren und dafür auch oft kommerzielles Musik- und Filmmaterial verwenden.

Im amerikanischen Recht erlaubt das Prinzip «Fair Use» (deutsch: angemessene Verwendung), neben Zitaten auch Parodien urheberrechtlich schützen zu lassen, insofern sie der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Produktion dienen.

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