Von news.de-Redakteurin Anja Guhlan
2008 war das Jahr der Sozialen Netzwerke. Was das Jahr 2009 bringen wird, ist noch nicht ganz sicher. Dennoch zeichnen sich Trends ab. Am Ende des Jahres wagt news.de einen Ausblick und spekuliert über Webereignisse.
Zu den wichtigsten Trends wird im Jahr 2009 das «Cloud Computing» gehören. Das heißt digitale Anwendungen, die man bisher lokal am eigenen Rechner erledigte, verlagern sich nun immer mehr ins Netz. Der Umzug ins Web hat bereits 2008 die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Der Suchmaschinenanbieter Google hat beispielsweise Textverarbeitung und Tabellenkalkulation als Internet-Programme eingeführt oder der Dienst Wua.la bietet Festplattenspeicher im Web an. Lokale Programme werden jedoch sicherlich im Jahr 2009 noch genutzt, ein kompletter Umzug wird vorraussichtlich erst ab 2010 zum Thema.
Weiterhin im Trend bleiben Weblogs, jedoch wird es auch hier einige Änderungen geben. Die Anzahl der Blogs wird sicherlich zunehmen und das Bloggen wird sich weiter professionalisieren und zu einer festen Größe werden.
Im Wahljahr 2009 werden Blogs im Herbst größere Wellen schlagen. Jedoch im Vergleich zu den US-Wahlen in diesem Jahr, die ein noch nicht dagewesenes Web-Spektakel auslösten, bleibt abzuwarten, ob deutsche Politiker hieraus eine Lektion ziehen.
Microblogging-Tools wie Twitter werden zwar weiterhin interessant bleiben, jedoch wird Twitter und Co immer mehr zu Marketing, Spam und zur Linkschleuderei benutzt. Das Microblogging wird auf jeden Fall weiterhin ein Phänomen für Nerds sein, bei den «Normal-Nutzern» bleibt abzuwarten, ob Mehrwert gegenüber Spam und Linkschleuderei überwiegt.
Dafür bleiben Soziale Netzwerke wie StudiVz oder Wer kennt wen weiterhin voll im Trend. Dass sich jedoch die Community-Landschaft innerhalb eines Jahres stark verändern kann, zeigt die Community Wer kennt wen. Anfang des Jahres hatte diese Community kaum jemand auf dem Radar, nun vertreibt sie sogar Platzhirsche wie StudiVz. So steckt das Community-Portal Facebook noch in den Kinderschuhen, könnte aber im nächsten Jahr gut durchstarten.
Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf das Web werden besonders Onlineshopping-Anbieter und kleinere Start-Ups treffen. Expansionsvorhaben werden zunehmend eingestellt und Innovationen dreimal durchdacht.
Die Wirtschaftskrise wird sicherlich das erste Quartal ganz und gar im Griff haben. Doch von einer erneuten Blase oder von einem DotCom-Tod sollte nicht die Rede sein. Sicherlich werden einige Start-Ups oder Onlineshopping-Anbieter in die Knie gezwungen werden, dennoch wird auch im Onlinebereich eine normale Konsolidierung stattfinden. Wer kein vernünftiges Konzept, keine Einnahmen und Kunden hat, wird aufgeben müssen.
Doch bei allem sollte man nie vergessen, dass Krisen auch Chancen bieten. Welchem Anbieter es im Onlinebereich gelingt, trotz knapper Ressourcen eine gute Infrastruktur aufzubauen, der ist beim nächsten Boom ganz vorne dabei. Als vorbildliches Beispiel kann Google genannt werden. Die Suchmaschine ist aus dem Dotcomcrash herausgewachsen und heute eines der erfolgreichsten Unternehmen.