Hacker fordern besseren Datenschutz
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Von news.de-Redakteurin Anja Guhlan
Artikel vom 29.12.2008Der Chaos Computer Club hat nichts zu verbergen. Jedenfalls lautet so das diesjährige Motto des Chaos Communication Congress, der sich mit dem Datenschutz beschäftigt. Die Hacker fordern nun eine Reihe von Datenschutz-Erneuerungen.
Bereits zum 25. Mal veranstaltet der Chaos Computer Club (CCC) seinen Chaos Communication Congress. Der Kongress zählt für Computerfreaks aus ganz Europa zu einer der wichtigsten Veranstaltungen. Die diesjährige Tagung, die vom 27. bis 30. Dezember in Berlin am Alexanderplatz stattfindet, steht unter dem Motto «Nothing to hide» und spielt auf das Desinteresse der Bürger am Datenschutz an.
Bereits am Eröffnungstag wurden die Datenpannen des Jahres 2008 rückblickend von CCC-Aktivistin Constanze Kurz und von dem Juristen des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung Patrick Breyer dargestellt. «So viel Datenmissbrauch wie in diesem Jahr gab es noch nie», resümierte Constanze Kurz. In guter Erinnerung ist in diesem Fall noch die Arbeitnehmer-Überwachung bei Lidl und anderen Supermärkten, das Handeln mit Studentendaten der Universität Magdeburg oder der Datenskandal bei der Telekom.
Auf dieser Grundlage legte der CCC einen Forderungskatalog vor, den er im nächsten Jahr massiv vertreten werde. Die Datenschutzforderungen enthalten unter anderem folgende Ideen: Zunächst soll eine Stiftung Datenschutz eingerichtet werden, ähnlich wie die Stiftung Warentest, um wirkliche Unabhängigkeit zu gewährleisten. Weiterhin solle es einen Datenschutzbrief geben. Damit müssten Unternehmen jährlich die Verbraucher über Zweck und Umfang informieren, deren Daten sie benutzt haben. Außerdem sollte es eine Schadensersatzpauschale für Opfer des Datenmissbrauchs geben. Die Pauschale sollte einem Betrag von ein- bis zweihundert Euro entsprechen.
Erneut gibt es auf der «25C3» ( 25. Chaos Communication Congress) wieder hilfreiche Tipps für den Endverbraucher. In diesem Jahr wird erklärt, wie man sich gegen die Datensammelwut von Behörden oder anderen Institutionen wehren kann. Etwa durch Verschlüsselungsmaßnahmen. Noch bis morgen diskutieren Tausende von Computeraktivisten auf dem Treffen über Themen wie Datensicherheit und staatliche Kontrolle.
Der Kongress kann auch noch im Nachhinein per Streaming verfolgt werden. Eine umfassende Dokumentation des Treffens ermöglicht auch die Einsicht in Bilder und Protokolle und listet weitere interessante Links.
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