Von news.de-Redakteur Christian Vock
Kino, das sind die oft beschriebenen großen Gefühle. Wenn der ganze Saal lacht, wenn gestandene Männer im Schutz der Dunkelheit auch mal weinen können. Auch die Filme 2008 sorgten für diese ganz besonderen Momente - ein kurzer Blick zurück.
Schaut man auf ein Jahr zurück, sucht man automatisch das Charakteristische, etwas, das aus losen Momenten etwas Gemeinsames macht. Dazu öffnet man am besten die einzelnen emotionalen Schubladen und schaut, was denn so drin war in diesem Jahr. Worüber haben sich alle geärgert, wo hat man Tränen verdrückt? Was sorgte für Lachen, und wo ist einem dieses im Halse stecken geblieben? Was bleibt also vom Kinojahr 2008?
Da waren die Filme, die man gewöhnlich in die Kategorie «für Frauen» steckt. Katherine Heigl, die sich in ihrer Rolle in der TV-Serie Grey's Anatomy bereits einem Massenpublikum vorgestellt hatte, wagte ihre ersten Schritte in 27 Dresses auf der Kinoleinwand. Das gleiche gilt auch für das Tussi-Quartett von Sex and the City. Die vier Damen stöckelten erstmals in Spielfilmlänge durch die Kinosäale. Richtig auf die Nase gefallen ist dabei keine der Ladies.
Kommen wir zur Kategorie Humor. Hier überzeugten vor allem die Außenseiter. In Happy-Go-Lucky alberte Sally Hawkins als schräger Vogel über die Leinwand. Danny Boon zeigte uns in Willkommen bei den Sch’tis ein bisher unbekanntes Völkchen aus dem Norden Frankreichs. Beide verzauberten das Publikum auf ihre ganz eigene Art und trieben ihm Lachtränen in die Augen.
2008 war auch das Jahr der alten Männer. James Bond jagte in Ein Quantum Trost mal wieder die Oberschurken dieser Welt und Indiana Jones durfte noch einmal Peitsche und Hut aus der Requisitenkammer holen. Sylvester Stallone ließ als alternder John Rambo noch einmal die Muskeln spielen und auch Batman flatterte wieder durch Gotham City, wobei The Dark Knight vor allem durch die beeindruckende Leistung von Heath Ledger sowie durch seinen Tod Anfang des Jahres in Erinnerung bleiben wird.
Den Bereich Fantasy dominierte ganz klar Tintenherz, die Verfilmung von Cornelia Funkes Bestseller, während bei den ganz großen Dramen Australia und die Buddenbrooks hervorstachen.
Und sonst? Der mit Preisen überhäufte Thriller No Country For Old Men kam in die deutschen Kinos, Hasen hatten keine Ohren, Wall-E räumte die Erde auf, während Will Smith als Hancock den Superhelden spielte. Horton hörte ein Hu, Die Welle schwappte über Deutschland, Meryl Streep trällerte in Mamma Mia! und beim Baader Meinhof Komplex waren viele enttäuscht, dass viele nicht enttäuscht waren.
Was war also das Gemeinsame im Kinojahr 2008? Vielleicht ist das gar nicht so wichtig. Vielleicht zählt nur das, was das Kino ausmacht. Das Privileg, nur ein schöner Moment zu sein.
Sehr schönes Bild! Das macht ihr wirklich gut.
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