Von Caroline Bock
Im Kreise der Familie und mit reichlich Essen - so besinnlich feiern auch die meisten Promis das Weihnachtsfest. Nur eine einzige Frage teilt die Promi-Schar in zwei Lager: Gans oder Kartoffelsalat mit Würstchen?
Den Macho spielt Til Schweiger nur im Film, an Heiligabend ist er ein Familienmensch, auch wenn er von seiner Frau Dana getrennt ist. Schweiger feiert in Hamburg, nach eher amerikanischer Tradition. «Das hat die Mutter so durchgesetzt, das hat sich dann so eingebürgert», erzählt der vierfache Vater. «Es gab immer so einen kleinen Split, dass es eine kleine Bescherung am 24. gab, aber eigentlich ist die Hauptbescherung am 25. morgens. Es gibt amerikanisches Essen, das sie super kocht.» Auf Weihnachten hat der Schauspieler immer viel Wert gelegt. «Mit Kindern gewinnt das eine neue Bedeutung.»
Ex-Eislaufstar Katarina Witt feiert wieder einmal mit ihren Eltern und ihrem Bruder. «Ich will Weihnachten zu Hause sein», sagt die 43-Jährige. Viel zu oft habe sie das Fest auf Tournee verbracht. «Auch wenn ich die alle sehr gern mag, hasse ich es, an Weihnachten mit Kollegen im Hotel zu sein.» Boxerin Regina Halmich kann nach all dem Trainingsstress Weihnachten wieder genießen. Das Plätzchenbacken überlässt sie dabei ihrer Mutter. Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen zieht es in die Sonne. «Wir feiern bei Freunden, weit weg», sagte Christiansen, die am 30. Juni ihren zweiten Mann Norbert Medus in Paris geheiratet hatte.
Schauspieler Jan Josef Liefers freut sich auf Weihnachten mit Kindern und Familie. «Ich glaube, vor Weihnachten hätte man nur Angst, wenn man irgendwo allein sitzen müsste. Dann ist Weihnachten ein Alptraum!» Kleidung geschenkt zu bekommen, fand der 44-Jährige als Kind schrecklich. «Ich konnte damals nicht verstehen, wie Eltern das machen können. Wenn es einen Schlafanzug oder Socken gab, dachte ich: Die krieg ich doch sowieso!»
Konsumrausch unterm Tannenbaum: Nicht im Hause der Bundesfamilienministerin. Ursula von der Leyen verschenkt gerne Second-Hand-Präsente. Teure Markensachen auf dem Wunschzettel haben bei der siebenfachen Mutter wenig Chancen. «Geschenke sind für mich keine Frage des finanziellen Wertes», sagte die CDU-Politikerin der Super Illu. Ex-Torwart-Held Oliver Kahn gehört wie viele Männer zur Spezies der Spät-Shopper. Geschenke? «Die kaufe ich immer einen Tag vorher.» Kabarettist Michael Mittermeier gibt sich äußerst bescheiden: «Ich brauche nur meine Familie und einen Baum, dann ist alles wunderbar.»
Kulinarisch gibt es viele Traditionalisten, so gehört zum Beispiel Schauspieler Horst Janson zur Kartoffelsalat-mit-Würstchen-Fraktion. Gans kommt bei Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow auf den Tisch. «Das ist mein Kompetenzfeld.» Das könne er allen Männern nur empfehlen. «Ist die Gans dann gelungen, hat man ein viel besseres Gefühl.»
Vegetarisch und zugleich «sehr traditionell und spießig» feiert Rapper Thomas D., der in einer Landkommune in der Eifel lebt. «Für meine Tochter ist Weihnachten eine ganz große Nummer und das will ich ihr erstmal nicht versauen», sagte der 39 Jahre alte Vater einer fünfjährigen Tochter und eines einjährigen Sohnes. «Da muss sie schon selbst drauf kommen, dass das mit dem Weihnachtsmann so eine Sache ist.»
Udo Lindenberg fühlt sich an den Weihnachtstagen im Hamburger Hotel Atlantic wie ein «Psycho-Experte und Seelsorger». «Wenn ich am Heiligabend durch die Gänge streife, treffe ich den wildesten Mix von Leuten: einsame Philosophen, Weihnachtsverweigerer, Gestrauchelte und Gestrandete, Abgehobene und Weggeschobene», erzählt Lindenberg. Er logiert seit Mitte der 1990er Jahre in dem Hotel an der Außenalster. Der 62-jährige Rocker ist seit langem ein Weihnachtsflüchtling: «Klingeling unterm Weihnachtsbaum ist nicht mein Ding.»
nak/news.de/dpa