Heine-Preis für Amos Oz
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Der israelische Schriftsteller Amos Oz («Eine Geschichte von Liebe und Finsternis») ist mit dem Heine-Preis 2008 der Stadt Düsseldorf geehrt worden. Oz setze sich unermüdlich für eine Lösung des Nahostkonflikts ein, sagte Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker in seiner Laudatio.
Die Auszeichnung zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen in Deutschland und wird seit 1972 verliehen. Am 13. Dezember ist der 211. Geburtstag von Heinrich Heine. Weizsäcker sagte weiter, Oz zeichne sich durch Neugier aus. Nur Fanatiker seien ohne Neugier. «Diese aber ist es, die uns hilft, den anderen zu verstehen», sagte Weizsäcker, der 1991 Heine-Preisträger war.
«Heine ist mein Held», betonte Oz in seiner Dankesrede. «Heine lehrte uns, dass Humor und Ironie die besten Mittel gegen Extremismus und Engstirnigkeit sind», fügte der Schriftsteller hinzu. Der jüdisch-arabische Konflikt könne nur mit Hilfe europäischer Werte wie Rationalität, Pragmatismus und Toleranz gelöst werden. «Wir brauchen etwas von Heines Verachtung für engstirnigen Fanatismus», sagte Oz. Denn der Konflikt werde von Fanatikern auf beiden Seiten am Leben gehalten.
Der seit 2006 mit 50.000 Euro dotierte Preis wird durch eine vom Rat der Stadt Düsseldorf eingesetzte Jury «an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten».
Die Romane und Erzählungen von Oz, der 1939 in Jerusalem geboren wurde, befassen sich mit der jüngeren gesellschaftlichen, politischen und psychologischen Befindlichkeit in seinem Land.
In Deutschland wurde Oz 1992 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er erhielt außerdem zahlreiche weitere Preise, darunter den Welt-Literaturpreis (2004), den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt (2005) und den Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz (2008).
Zu den bisherigen Heine-Preisträgern gehören Carl Zuckmayer (1972), Wolf Biermann (1993), Elfriede Jelinek (2002) und Robert Gernhardt (2004).
mac
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