Der Axel Springer Verlag darf die Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 definitiv nicht übernehmen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigte eine entsprechende Entscheidung des Bundeskartellamts. Der Einstieg von Springer ins TV-Geschäft ist damit vorerst gescheitert.
Das Kartellamt hatte die milliardenschwere Fusion Anfang 2006 gestoppt. Die Wettbewerbshüter hatten eine marktbeherrschende Stellung des Unternehmens befürchtet, das aus der Fusion von Springer und Pro Sieben Sat.1 entstanden wäre. Springer hatte seine Pläne nach dieser Entscheidung zwar aufgegeben, aber gleichwohl geklagt, um für mögliche künftige Fusionen Rechtssicherheit zu bekommen.
Für das Medienhaus Axel Springer (Bild, Die Welt) hat das Gerichtsurteil gegen die Übernahme des TV-Konzerns Pro Sieben Sat.1 für das laufende Geschäft keine Folgen. «Die Entscheidung kam für uns nicht überraschend», sagte Konzernsprecherin Edda Fels. Ob der Medienkonzern gegen das Urteil in Revision geht, werde spätestens bis Anfang 2009 entschieden.
Der Verlag hatte sich bereits im Dezember 2007 von seinem Zwölf-Prozent-Anteil an der Sendergruppe getrennt. Die Aktien gingen für den Kaufpreis von rund einer halbe Milliarde Euro an das Finanzkonsortium KKR/Permira, den derzeitigen Hauptgesellschafter von Pro Sieben Sat.1.
tko