Die französische Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy nutzt ihre Prominenz auf sinnvolle Weise und wird Botschafterin des globalen Aidsfonds. Hinter dem Einsatz steckt aber auch eine Tragödie in der eigenen Familie.
Vor zwei Jahren starb Brunis Bruder Virginio Bruni-Tedeschi an der Immunschwächekrankheit. «Ich bin wegen meines Bruders besonders sensibel für die Viruskrankheit», sagte die Sängerin, die ihre Alben weiter unter dem Namen Carla Bruni veröffentlicht, der Zeitschrift Elle.
Der Globale Fonds zum Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria hatte das ehemalige Topmodel gebeten, als Botschafterin aufzutreten. Die Organisation ist eine Partnerschaft zwischen Regierungen, nicht-staatlichen Organisationen, Stiftungen und privaten Spendern und finanziert knapp ein Drittel aller Aids-Programme weltweit.
Carla Bruni-Sarkozy will sich vor allem dem Kampf gegen die Verbreitung der Seuche in Schwarzafrika widmen. «Die Lage ist besorgniserregend», sagte sie. «Diese Krankheit wird verteufelt, was entscheidend für ihre Verbreitung ist.»
Die Frauen ließen sich nicht testen und nicht behandeln. «Sie haben Angst, aus der Gesellschaft ausgeschlossen und stigmatisiert zu werden.» Doch die Aidszahlen seien erschreckend. «Jeden Tag werden 1000 Kinder mit dem Virus angesteckt, und 90 Prozent werden das über ihre Mutter», sagte Bruni.
Vor ihrer Heirat mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hattte sich die Sängerin mehrfach engagiert - unter anderem im Rahmen einer Kampagne gegen Gentests bei Einwanderern. Pikanterweise führte ihr späterer Ehemann diese schließlich ein. Zuletzt hatte Bruni politisches Bewusstsein bewiesen, als sie sich bei ihrem Mann erfolgreich gegen die Auslieferung der italienischen Ex-Terroristin Marina Petrella einsetzte.
Im Interview mit Elle gab die Präsidentengattin auch einen Ausblick auf ihre zukünftigen Projekte. Ganz oben auf der Liste: eine Initiative, die sich dem Kampf gegen die Leseschwäche französischer Schüler widmet.
tko