Von news.de-Redakteur Tobias Köberlein
Eins, zwei, drei - Medienkeilerei! Boris Becker und seine Ex-Flamme Sandy Meyer-Wölden machen mobil. Erst Blitz-Verlobung, dann Blitz-Trennung, jetzt Blitzkrieg. Und die «Bild»-Zeitung bietet sich als Kampfzone an. Boris und Sandy kann das nur recht sein.
Boris und Sandy crazy in love - das war der Stoff, aus dem Seifenopern gemacht werden. Als das ungleiche Paar im August seine Liebelei begann, jubelte kein Blatt mehr als Bild. Die Zeitung ist Becker seit Jahren innig verbunden. Kaum ein Tag verging, an dem die Springer-Postille nicht neue Details herausfand und zum Event hochschäumte. Und wenige Wochen nach dem Schlusspfiff für die 83-Tage-Verlobung ist es wiederum Bild, die den Ex-Partnern eine Plattform für das gegenseitige Abwatschen bietet.
Getrennt flennen, gemeinsam vom Hype profitieren. Das könnte das Motto dieser Medienfarce sein. Wer ist Schuld am Liebes-Aus? Er! Sagt Sandy. Sie! Sagt Boris. Die Tochter von Beckers ehemaligem Berater Axel Meyer-Wölden gestand in einem Fernsehinterview, unendlich traurig zu sein und wischte sich dabei ein Tränchen von der eingefallenen Wange. Becker konterte, nicht er, sondern Sandy habe Schluss gemacht - per SMS. So etwas gab es zuletzt bei Nadja Abd el Farrag und Ralph Siegel.
Der vorläufige Höhepunkt der Seifenper war erreicht, als die beiden unlängst die Eröffnungsgala eines Luxushotels in Dubai besuchten. Mit dabei: eine Redakteurin der Bild am Sonntag, die das Wiedersehen von Boris und Sandy akribisch dokumentierte. Becker war mit Ex-oder-schon-wieder-Freundin Lilly Kerssenberg in den Orient gereist. Sandy Meyer-Wölden saß nur ein paar Tische von Becker entfernt. «Sie trug unschuldiges Weiß mit Goldglanz und sah erschreckend zerbrechlich aus. Fünf Kilo hat sie vor Kummer abgenommen. Ihre geröteten Augen konnte kein Kajal wegschminken», drückte Bild am Sonntag auf die Tränendrüse.
Ex-Freund Boris hat Sandy in einer zweiteiligen Interviewserie in Bild Saures gegeben. Die Worte waren wohl überlegt. Sandy sei zu jung für ihn gewesen. Sie habe mit ihm um die Häuser ziehen wollen, während er lieber Gespräche über Politik, Kultur und Sport führen wollte. Sogar gute Freunde habe er für Sandy aufgegeben, jammerte der Wimbledon-Gewinner. Hinter dem Gegreine steckt Kalkül. Becker will sein Profil schärfen. Er möchte weg vom Image des Playboys und endlich als Geschäftsmann ernst genommen werden. Etwas, was ihm bisher weitgehend verwehrt geblieben ist.
Und auch Sandy, die in Dubai ein Interview mit der Bild am Sonntag-Redakteurin platzen ließ, könnte von einer Ausweitung der Kampfzone mit ihrem Ex-Verlobten profitieren. Becker hat durch seine Äußerungen den Ball wenig gentlemanlike ins Feld gedroschen. Doch Sandy dürfte schon zum Return ausholen. Die Rolle des Opfers steht ihr dabei gut. 83 Tage mit Becker haben der Schmuckdesignerin zu einem Platz im Rampenlicht verholfen. Jetzt muss sie reagieren, bevor sich die Scheinwerfer wieder in eine andere Richtung drehen. Daran hat die Bild zurzeit allerdings gar kein Interesse. Die Schlagzeilen sind zu gut. Der Röschenkrieg wird fortgesetzt. Zum Leidwesen des genervten Betrachters. Das Sommermärchen ist vorbei. Jetzt beginnt der Winter unseres Missvergnügens.