Paul Potts begeistert Hamburg
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Vom singenden Handyverkäufer zum gefeierten Tenor: Der britische Castingshow-Gewinner Paul Potts hat gestern Abend beim Auftakt seiner Deutschlandtour das Publikum in Hamburg verzückt.
Vor 9500 Zuschauern in der Color Line Arena präsentierte der 38-Jährige mit Orchesterbegleitung rund zwei Stunden lang bekannte Opernlieder. Fans jeder Altersklasse hatten sich bei dem Konzert versammelt, um den Sänger live zu erleben. Die Norddeutschen begrüßten ihn mit einem warmherzigen Applaus, als er die Show eröffnete. Um das Eis endgültig zu brechen, kramte der britische Tenor sein Deutsch hervor: «Es ist für mich unglaublich, ich bin hier. Es ist eine ganze schöne Stadt», sagte Potts mit einem verschmitzten Lächeln und breitem englischem Akzent.
Während er O Sole Mio und später Caruso vortrug, hatte er die Halle komplett im Griff. Wenn Potts sang, schienen die Menschen den Atem anzuhalten. Die zweite Hälfte des Konzerts begann mit The Music Of The Night aus dem Phantom der Oper. Dein ist mein ganzes Herz widmete er später seiner Frau. Außerdem hatte sich der Opernsänger weibliche Verstärkung geholt. Die neuseeländische Sopransängerin Elizabeth Marvelly gab insgesamt sechs Songs zum Besten. Darunter La Vie En Rose von Edith Piaf und das Duett The Prayer gemeinsam mit Potts. Vor allem das Lied Tarakihi, aus ihrer Heimat in der Sprache der Maori, ließ die Konzertbesucher mitgehen. Die 19-Jährige hatte Potts schon in Australien und Neuseeland auf Tour begleitet.
Dass es dem Briten gelungen ist, so viele Leute für klassische Musik zu begeistern, liegt nicht ausschließlich an seiner Stimme. Seine Karriere liest sich wie ein modernes Märchen. Bis zum Sommer vergangenen Jahres hat der Engländer Mobiltelefone verkauft. Im Juni 2007 versuchte er sein Glück in der Fernsehshow Britain's Got Talent. Als er im schlecht sitzenden Anzug unsicher verkündete, er wolle Opern singen, war der Jury die Skepsis ins Gesicht geschrieben. Diese Zweifel wurden jedoch ausgeräumt, als der Sänger loslegte und die Puccini-Arie Nessun Dorma vortrug. Sowohl Zuschauer als auch Jury waren begeistert. Der singende Handyverkäufer gewann den Talentwettbewerb und wurde zum Star in Großbritannien.
Inzwischen trägt er bei seinen Auftritten einen makellosen Smoking, hat seine erste CD veröffentlicht und tourt durch die Welt. Trotzdem gibt er sich bescheiden. Auf der Bühne trank er Tee und erzählte Anekdoten aus seiner Kindheit und der Zeit vor dem großen Durchbruch. «Als ich noch Handys verkauft habe, habe ich nie so doll geschwitzt wie jetzt», scherzte der Künstler. Mit Time to Say Good Bye wollte der Sänger die Bühne schließlich verlassen. Aber minutenlange Standing Ovations und tosender Applaus waren eindeutig: Ohne Nessun Dorma zu singen, würde er nicht gehen können. Mit einem großen Finale verabschiedete sich der Engländer von Hamburg.
Potts tourt bis zum 8. November durch zehn deutsche Städte, lediglich für das Konzert in Leipzig sind noch Karten zu haben. Weitere Stationen: Berlin (27. Oktober), Leipzig (28.), Köln (30.), Bremen (1. November), Hannover (2.), Mannheim (4.), Stuttgart (5.), Frankfurt am Main (6.) und Nürnberg (8.).
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