Von news.de-Redakteur Christian Vock
Stefan Effenberg und seine Frau Claudia wollen nach München ziehen. So weit, so unwichtig. RTL war sich dennoch nicht zu schade, eine Doku-Soap daraus zu machen. Gestern lief die erste Folge.
Zur Erinnerung: Stefan Effenberg, das ist ein ehemaliger Fußballprofi, der mit dem FC Bayern München große Erfolge feierte, wie den Gewinn der deutschen Meisterschaft oder der Champions League. Höhepunkt der von Eskapaden nicht gerade armen Karriere war die Fußballweltmeisterschaft 1994, als er dem Publikum den Mittelfinger zeigte. Daraufhin flog er aus der Nationalmannschaft.
Claudia Effenberg hieß vorher Strunz, denn sie war mit Stefans damaligen Teamkollegen Thomas Strunz liiert, von dem sie auch zwei Kinder hat. Nach medial üppig aufbereiteter Trennung heiratete sie 2004 Effenberg, der sie kurze Zeit später mit einer Affäre überraschte. Inzwischen ist aber wieder alles gut und die beiden wollen sich in einer gemeinsamen Wohnung in München niederlassen.
Das ist die Ausgangssituation. So erfahren wir es auch in der Einleitung von RTL, das sich selbst offenbar nicht ganz sicher war, wie prominent das Pärchen überhaupt ist, das es da mit der Kamera begleitet. Eine gute Voraussetzung also für eine interessante Serie.
Die erste der insgesamt sechs Folgen beginnt mit der Wohnungssuche, denn Stefan lebt noch in den USA. Claudia verdient sich ihr Geld in München, wie sie selbst sagt, als Designerin, was auch immer man sich darunter vorstellen darf. Da die Effenbergs also nicht irgendwer sind, und auch gerne so ein bisschen wie die Beckhams wären, muss es was «im oberen Segment» sein. Claudia will gerne ein Haus kaufen, Stefan wäre etwas zur Miete lieber. Diese Dissonanz zieht sich durch die ganze Serie und man gewinnt den Eindruck, dass Stefan auf all das eigentlich gar keine Lust hat. Keine Lust auf den Umzug, keine Lust auf München, keine Lust auf diese Soap und wohl auch keine Lust auf Claudia: «Als Vergleich: Auf'm Platz hätte ich sie weggegrätscht», erzählt er lächelnd. Claudia indes geht in ihrer Rolle als «Linsenfutter» für die Kamera völlig auf und quasselt in einer Tour. Effenberg ist davon zusehends genervt und der Zuschauer ist es auch.
Da sich die Effenbergs in der Auftaktfolge noch nicht für eine Bleibe entscheiden konnten, hier der bisherige Erkenntnisgewinn: Frau Effenberg mag Vogelgezwitscher und kann eine Fertig-Currywurst in der Mikrowelle zubereiten. Herr Effenberg mag seine Brezel gerne weich und mit Salz und ist überrascht, dass eine 800-Quadratmeter-Villa keine Badewanne hat.
Selbst der Off-Kommentar nimmt die beiden Protagonisten nicht ernst und unterlegt die bisweilen kruden Aussagen von Frau Effenberg mit bissigen Bemerkungen. «Für mich ist das absolut wie das Haus, was wir eigentlich in Amerika haben, nur dass es natürlich total anders eingerichtet ist», stellt Claudia fest. «Ne, is klar», antwortet der Kommentator.
Auf diesem Level pendelt sich die Serie schon nach den ersten Minuten ein und man fragt sich, ob man angesichts der Banalitäten einschlafen oder doch lieber wütend werden soll. So unendlich seicht und belanglos ist die Welt, die einem hier gezeigt wird.
«Ich habe viel eingesteckt in den letzten Monaten», erzählt Claudia über die Affäre von Stefan. «Ich habe viel ertragen». Frau Effenberg, Sie haben ja keine Ahnung.
Effenbergs Heimspiel. Sonntags, 19.05 Uhr bei RTL
Ich glaube nicht an einen Bedarf an Nonsens TV der untersten Schublade. Es ist bestimmt nicht notwendig Prügel und Affären - Paule wie ein Zoo Tier auszustellen. Dazu gehört auch Gossen - Prinz von Hannover! Alles andere würde Deutschlands Dummheit, als Eigenschaft staatsbildender hirntoter Kreaturen wiederspiegeln. Wenn Blödheit zum Ziel deutscher Kultur wird, frage ich mich warum es dafür noch kein Studienfach gibt. Doof TV ala Big Brother, Soap, Schlag den Blöden u. co wird es solange geben wie es Dumme Menschen gibt!
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