Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Adrienne und Paul sind keine Teenager mehr. Vom Leben gezeichnet, begegnen sie sich in einer Pension in einem kleinen Fischerdorf namens Rodanthe. Der aufziehende Sturm wirbelt nicht nur das Meer, sondern auch ihre eigenen Gefühle mächtig durcheinander.
Wenn Menschen nicht wissen, wie ihr Leben weitergehen soll, blicken sie oft hilfesuchend in die Sterne. Voller Hoffnung, dort eine Antwort zu finden. Mit Adrienne Willis haben es die Sterne in letzter Zeit nicht gut gemeint. Ihr Vater ist gestorben, Ehemann Jack hat sie wegen einer jüngeren Frau verlassen und die pubertierende Tochter hasst sie. Da kommt das Angebot ihrer besten Freundin Jean gerade recht. Adrienne soll für ein paar Tage Jeans kleine Pension in Rodanthe leiten, einem Fischerdörfchen irgendwo in North Carolina.
Für diese Zeit hat sich nur ein Gast angekündigt. Paul Flanner, Chirurg aus der Großstadt. Sein ganzes Leben hat er seiner Karriere gewidmet, die Familie stets hinten angestellt. Dass sich seine Frau nach mehr als 20 Jahren Ehe von ihm trennt, scheint längst überfällig. Mit seinem Sohn hat er seit über einem Jahr nicht mehr gesprochen. Doch deswegen zieht es Paul nicht nach Rodanthe. Ihm ist bei einer Routineoperation eine Patientin unter den Händen weggestorben. Der hinterbliebene Ehemann bittet Paul in seiner Trauer um eine Aussprache von Angesicht zu Angesicht. Entgegen den Ratschlägen seiner Anwälte willigt Paul ein und macht sich auf den Weg in das Fischerdörfchen.
Das romantische Drama Das Lächeln der Sterne mit Richard Gere und Diane Lane in den Hauptrollen kommt passend zur Herbstsaison in die Kinos. Draußen wird es zunehmend nass und kalt und was gibt es da Schöneres, als sich mit einem guten Buch auf die Couch zu legen? Richtig: mit dem Liebsten ab auf die Kuschelbank im Kino. Oder mit einer Packung Taschentücher und der besten Freundin im Schlepptau auf zu einem Filmabend voller Gefühle.
Denn Das Lächeln der Sterne basiert auf der gleichnamigen Geschichte des amerikanischen Bestseller-Autors Nicholas Sparks. Und wer Sparks kennt, der ahnt schon, dass schnell große Emotionen ins Spiel kommen, als sich Adrienne und Paul begegnen. Adrienne ist von dem Fremden hin und her gerissen, weiß sie doch, dass beiden nur wenige Tage miteinander vergönnt sind. Soll sie sich wie ein Teenager verhalten und auf die Romanze einlassen? Oder sich um der Kinder Willen mit ihrem Ehemann versöhnen, der sie zwar betrogen hat, nun aber zu seiner Familie zurückkehren möchte?
Auch Paul entdeckt im Umgang mit Adrienne völlig neue Seiten an sich und beginnt, sein bisheriges Leben mehr und mehr in Frage zu stellen. Beide spüren, dass ihnen das Leben eine zweite Chance gewährt. Doch am Ende kommt alles anders.
«Es ist einer der romantischsten Romane, die ich jemals geschrieben habe», sagt Sparks über sein Werk. «Ein Sturm, ein von der Außenwelt abgeschnittener Strand, zwei innerlich tief verletzte Menschen, die zusammenkommen und sich gegenseitig heilen – und die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle: Glück, Trauer, Wut, Frustration, Leidenschaft, Ungeduld und Geduld.»
Dass sich die Drehbuchautoren Ann Peacock (The Killing Room, Der König von Narnia) und John Romano (Providence, Party of Five, Third Watch) bei der Ausgestaltung der Charaktere sowie zahlreichen Details nicht an die Romanvorlage halten, könnte eingefleischte Sparks-Fans zunächst verwirren. Dennoch bringt der Film all die großen Gefühle auf die Leinwand, die Sparks vermitteln wollte. Wohl, weil sich die Filmcrew einzig und allein auf die Beziehung zwischen Adrienne und Paul konzentrieren wollte und eventuell störende Nebendialoge einfach ausgeblendet hat. So spielt Adriennes Vater zwar im Buch als Bewohner eines Pflegeheims noch eine kleine Schlüsselrolle, taucht im Film jedoch überhaupt nicht mehr auf, da er bereits gestorben ist.
Bücherratten müssen sich aber auch an die Tatsache gewöhnen, dass Paul in der filmischen Variante wesentlich griesgrämiger und sauertöpferischer daher kommt, als von Sparks ursprünglich vorgesehen. Oder dass Jean eine Reinkarnation von Marylin Monroe verkörpert: eine Lebefrau mit reichlich Sex-Appeal, die den Männern offenbar reihenweise den Kopf verdreht und auch einem gelegentlichen Abenteuer gegenüber nicht abgeneigt scheint.
Dass Das Lächeln der Sterne aber mehr ist als nur eine weitere Liebesgeschichte für Erwachsene, liegt vor allem auch an der Harmonie zwischen den Hauptdarstellern. Schon zum dritten Mal stehen Richard Gere und Diane Lane gemeinsam vor der Kamera. Vor 24 Jahren spielten sie in The Cotton Club erstmals ein Liebespaar. 2002 folgte der Thriller Unfaithful über ein gescheitertes Ehepaar. Verfolgt man die Entwicklung, zeigen sich Parallelen zur jetzigen Storyline. Vor der Kamera stehen keine Teenager mehr, sondern zwei Menschen, die reich sind an Lebenserfahrung, bei denen Blicke oft mehr sagen als Worte. Ihre Weisheiten an den Zuschauer zu vermitteln, auch das ist Absicht der Macher.
«Ich wünsche mir, dass sich die Zuschauer fühlen, als hätten sie mit diesen Figuren etwas durchlebt», sagt Produzentin Denise de Novi, die die auch an Message in a Bottle mitgewirkt hat, einer Verfilmung von Sparks' Roman Weit wie das Meer. «Vielleicht machen sie sich auf die Suche nach dieser einen, ganz besonderen Person. Oder sie halten sie ganz fest, falls sie sie schon gefunden haben.»
Titel: Das Lächeln der Sterne
Originaltitel: Nights in Rodanthe
Regisseur: George C. Wolfe
Hauptdarsteller: Richard Gere, Diane Lane, Christopher Meloni, Viola Davis, Scott Glenn
Spielzeit: 97 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2007
FSK: ab 6 Jahre
Kinostart: 16. Oktober 2008