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Von news.de-Redakteur Christian Vock
Die Würfel sind gefallen, der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an Uwe Tellkamp. Der kann sich nicht nur über ein sattes Preisgeld freuen, sondern auch über die Gewissheit, den «besten Roman deutscher Sprache» 2008 geschrieben zu haben. Doch was genau ist dieser Deutsche Buchpreis überhaupt?
Der Preis
Gestiftet wird der Preis vom Börsenverein des deutschen Buchhandels. 2005 wurde die Auszeichnung zum ersten Mal verliehen. Laut Börsenverein ist es «Ziel des Preises, über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit zu schaffen für deutschsprachige Autoren, das Lesen und das Leitmedium Buch.» Der Sieger erhält 25.000 Euro, die fünf anderen Finalisten bekommen immerhin noch je 2500 Euro.
Die Jury
Die Akademie Deutscher Buchpreis wählt jedes Jahr die Jury neu. Diese besteht immer aus zwei Schriftstellern, vier Journalisten und einem literarischen Buchhändler. In diesem Jahr sind in der Jury: Christoph Bartmann (Literaturkritiker), Martin Ebel (Literaturredakteur in Zürich), Meike Feßmann (Germanistin und Literaturkritikerin in Berlin), Jens Jessen (Feuilletonchef der Zeit), Manfred Keiper (Buchhändler in Rostock), Rainer Moritz (Leiter des Literaturhauses Hamburg) und Michael Schmitt (Literaturkritiker).
Die Auswahl
Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich mit maximal zwei Titeln aus ihrem aktuellen oder geplanten Programm bewerben. Außerdem können die Juroren eigene Titel vorschlagen. Aus allen Einsendungen wählt die Jury 20 Titel aus, die dann auf der sogenannten Longlist erscheinen. Bis September wird diese Auswahl dann auf nur noch sechs Titel in einer Shortlist reduziert. Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse wird dann der Sieger im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekannt gegeben.
Die bisherigen Sieger
Der erste, der sich über die Auszeichnung freuen konnte, war Arno Geiger mit seinem Roman Es geht uns gut. Nachfolger war 2006 Katharina Hackers Die Habenichste und im vergangenen Jahr ging der Buchpreis an Julia Franck und ihren Roman Die Mittagsfrau.
Der Buchpreis 2008
In diesem Jahr konnte man vergleichsweise viele prominente Namen auf der Longlist lesen. So waren unter anderem Schriftstellergrößen wie Martin Walser, Ingo Schulze, Uwe Timm oder Feridun Zaimoglu in der Auswahl vertreten. Für Überraschung sorgte der ebenfalls nominierte Peter Handke, weil er Anfang September von seiner Nominierung zurück trat: «Ich freue mich für die Morawische Nacht auf der Buchpreisliste. Aber ich möchte zugunsten der anderen Gelisteten, vor allem der jüngeren, zurücktreten, samt Respekt vor der ehrenwerten Jury.», erklärte Handke seine Entscheidung.
Auf die Shortlist schafften es schlussendlich Dietmar Dath (Die Abschaffung der Arten), Sherko Fatah (Das dunkle Schiff), Iris Hanika (Treffen sich zwei), Rolf Lappert (Nach Hause schwimmen), Ingo Schulze (Adam und Evelyn) und Uwe Tellkamp (Der Turm).
In der Kritik
Im Juli dieses Jahres sorgte eine Entscheidung des Börsenvereins für Unmut. So sollten Verlage, die es auf die Longlist geschafft haben werden, einen Druckkostenzuschuss für eine 80-seitige Werbebroschüre bezahlen, die die einzelnen Romane näher vorstellt. Pro Titel 2000 Euro die großen, 700 Euro die kleinen Verlage. Die Broschüre wird dann an den Buchhandel verkauft, der diese dann kostenlos an seine Kunden weitergeben kann. Nachdem durch diese Aufforderung zur Druckkostenbeteiligung erste Zweifel an der Unabhängigkeit der Entscheidung, welcher Titel für die Longlist nominiert wird, auftauchten, ruderte der Börsenverein zurück: «Der Deutsche Buchpreis ist unabhängig, die Jury arbeitet ohne jede Beeinflussung von außen. Um dies zu verdeutlichen hat der Börsenverein entschieden, dass seine Wirtschaftstochter, die MVB Marketing und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, keine Druckkostenzuschüsse für die von ihr herausgegebene Publikation "Lesebuch zur Longlist Deutscher Buchpreis 2008“ erheben wird», war Mitte Juli in einer Presseerklärung des Börsenvereins zu lesen.
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