Von Lena Högemann
Shelley ist ein Bunny wie es im Buche steht. Die Playboy-Villa ist ihr Zuhause. Aber dann fliegt sie raus, denn sie hat etwas absolut Verbotenes getan. Was das ist und was ein arbeitsloses Bunny überhaupt machen kann, zeigt der Kinofilm «House Bunny».
In Shelleys Leben geht es vor allem um Shopping, Parties und natürlich um viel nackte Haut. Aber dann findet ihr Glück ein plötzliches Ende: Am Morgen nach ihrem 27. Geburtstag liegt ein Brief neben ihrem Frühstück: «Zieh sofort aus der Villa aus», schreibt Hugh Hefner. Aber warum? Ganz klar – Shelley hat getan, was ein Bunny niemals tun darf: Sie ist alt geworden. 27 Jahre ist sie nun, das entspricht 59 Bunny-Jahren.
In der großen, weiten Welt kennt Shelley sich nicht aus. Und so stakst sie einsam auf ihren Plateauschuhen durch die Stadt, auf der Suche nach einem Zuhause. Plötzlich steht es vor ihr, eine Miniversion der Playboy-Villa. Shelley findet heraus, dass es sich dabei um ein Verbindungshaus handelt, in dem Studentinnen wohnen. Und Shelley erfährt noch mehr: In jeder Verbindung lebt eine Hausmutter, die sich mit ihren Kolleginnen zum Kaffee trifft und auf die Mädchen aufpasst. Das ist Shelleys Traumjob. Nur leider kommt blond, halbnackt und offenkundig hohl nicht gut an bei den anderen Hausmüttern.
Nur in einer Verbindung ist Shelleys Talent gefragt: Bei den Außenseiterinnen von Zeta. Die Mädchen sind klassische Freaks, wie man sie aus anderen US-Komödien kennt: bebrillt, gepierct, schüchtern. Jede Verbindung braucht Nachwuchs, genau das ist Zetas Problem. Und so kommt es, wie es kommen muss: Shelley blondiert, schminkt und stylt was das Zeug hält. Ihr Rat beim Makeup: «Betont die Augen, denn sie sind die Nippel des Gesichts.» Mit diesem Motto wird Zeta die beliebteste Verbindung an der Uni.
Obwohl Oberflächlichkeit im Film dominiert, ist House Bunny tatsächlich teilweise witzig. Ganz in der Manier von Natürlich blond, bei dem Drehbuchautorin Kirsten Smith ebenfalls mitwirkte, spielt der Film mit klassischen Klischees aus der Blondinenwelt. Und auch Hugh Hefner und seine Freundinnen sind sich für den Spaß, in kurzen Auftritten sich selbst zu spielen, nicht zu schade.
Die Liebe spielt natürlich auch eine wichtige Rolle bei House Bunny. Die arme Shelley muss nämlich lernen, dass nicht bei allen Männern ihre Ich-bin-so-unglaublich-dumm-aber-sexy-Masche ankommt. Am Ende liest sie sogar ein paar Bücher. Die Moral von der Geschichte lautet also: Nur hübsch sein reicht nicht. Am Besten ist es, hübsch und intelligent zu sein. Jetzt wissen wir Bescheid.
Titel: House Bunny
Regie: Fred Wolf
Hauptdarstellerin: Anna Faris
Länge: 97 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2008
FSK: 6 Jahre
Kinostart: 9.10.2008