Von Lena Högemann
Die traurige Seite der Harry Potter-Manie ist klar: Die Geschichte des Zauberlehrlings ist abgeschlossen. Aber jetzt gibt es etwas Neues: Harry Potter zaubert auf Platt, und das auch noch als Hörbuch.
Beinahe jeder kennt die Geschichten des Zauberlehrlings und seiner Freunde. In über 200 Ländern und mehr als 60 Sprachen sind die sieben Bände erschienen. Und jetzt eben auf Plattdeutsch: Das klingt erstmal lustig – ist es auch. Aus Harry Potter und der Stein der Weisen, dem Titel des ersten Bandes, ist Harry Potter un de Wunnersteen geworden.
Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist es zwar, wenn Harry auf einmal up Platt snackt. Er geht zur «Hogwarts School for Hexerei un Toeverei». Auch der Todfeind des Zauberlehrlings heißt anders: «Du west all wo keen» ist das plattdeutsche Ausdruck für «Du weißt schon wer». Es geht auch noch schwieriger: «Der, de sen Nom nich nünnt warn schall» bedeutet «Der, dessen Name nicht genannt werden darf». Den echten Namen «Voldemort» darf man im Plattdeutschen natürlich aus Ehrfurcht vor dem bösen Zauberer auch nicht nennen.
Ich gebe zu: Manch einer muss seine Oma im hohen Norden anrufen, um heraus zu finden, was Harry da genau sagt und vor allem wie man das schreibt. Nur gut, dass die Oma plattdeutsche Autorin ist und es schon die Gute-Nacht-Geschichten früher up Platt gab.
Jasper Vogt legt dem Zauberlehrling zudem ein sehr reines Platt in den Mund, das angeblich Ostfriesen genauso wie Holsteiner verstehen. Denn Plattdeutsch ist nicht gleich Plattdeutsch. Übersetzt wurde das Buch von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, und zwar direkt aus dem Englischen ins Plattdeutsche. Die beiden Autoren haben auch schon Asterix Plattdeutsch beigebracht.
Einen Haken gibt es aber doch, denn die Spannung geht durch das Plattdeutsche etwas verloren. In der Zauberschule Hogwarts wird bekanntlich nicht bloß ein bisschen gezaubert. Der böse Professor Snape versucht Harry und seinen Freunden Ron und Hermine, das Leben schwer zu machen. Der dunkelste aller Magier, Lord Voldemort, ist unterwegs und will die Zauberwelt an sich reißen. Eben diese fiesen Charaktere snacken ok up platt: In der plattdeutschen Version wollen sie Harry «een Flöök ansnacken» – also ihn verfluchen – und «se hebbt siene Öllern umbrocht», besser noch «tood maakt» – also seine Eltern getötet. So wirklich Angst einflößend ist das nicht.
Fazit: Plattdeutsch bleibt eine Sprache, die irgendwie nett klingt. Für alle eingefleischten Harry-Fans und für alle Plattdeutsch-Fans ist dieses Hörbuch aber genau richtig, auch ohne Gruselfaktor.
Titel: Harry Potter un de Wunnersteen
Sprecher: Jasper Vogt
Autor: Joanne K. Rowling
Übersetzer: Hartmut Cyriacks und Peter Nissen
Verlag: Der Hörverlag
Spielzeit: 587 Minuten
Preis: 39,95 Euro
Erscheinungsdatum: 20.06.2008
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Ich finde nicht das die Spannung durch das plattdeutsche verloren geht. Ich hätte gerne noch mehr Bände des Zauberlehrling in dieser Mundart gelesen. aber leider, leider noch nichts gefunden.
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