Die Schauspielerin Christiane Hörbiger ist in München mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Auch ein Restauranttester und ein Comiczeichner durften sich über einen Blauen Panther freuen.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte die 70-jährige Österreicherin bei einem Festakt im Münchner Prinzregententheater als «die unbestrittene First Lady der Schauspielkunst im deutschsprachigen Raum». Christiane Hörbiger ist in der 20-jährigen Geschichte des sogenannten Blauen Panthers erst die dritte Frau nach Uschi Glas (1995) und Hannelore Elsner (2006), der diese wichtigste Auszeichnung zuteil wurde.
Dass sie es wirklich geschafft habe, erkenne man bei Hörbiger ganz leicht, sagte Seehofer laut Redemanuskript. «Es gibt die Garbo, die Dietrich und eben die Hörbiger. So adelt man nur die Besten ihres Fachs«, betonte er.
Blaue Panther gingen auch an die Schauspieler Anja Kling, Ken Duken, Diana Amft und Manfred Zapatka. Kling wurde in der Kategorie Fernsehfilm für ihre Leistung im Sat.1-Zweiteiler Wir sind das Volk geehrt. Sie setzte sich damit gegen ihre ebenfalls nominierten Kolleginnen Iris Berben und Gisela Schneeberger durch. Als Mutter, die ihren Sohn nach einem missglückten Fluchtversuch aus der DDR aus den Augen verliert, habe Kling eine ihrer bislang stärksten Rollen gespielt, lobte die Jury.
Ken Duken überzeugte mit seinem Spiel im ARD-Film Willkommen zuhause. Darin stellte er einen Bundeswehrsoldaten dar, der vom Einsatz in Afghanistan nach einem tödlichen Anschlag zurückkehrt und nicht mehr der ist, der er einmal war. Duken habe aus diesem menschlichen Drama «ein faszinierendes psychologisches Stück gemacht», hieß es.
In der Kategorie Serien und Reihen durfte sich Diana Amft für ihre Hauptrolle als junge Ärztin in der RTL-Serie Doctor's Diary über einen Preis freuen. Sie sei humorvoll, liebenswert chaotisch und doch als Medizinerin höchst glaubhaft, befand die Jury. Manfred Zapatka erhielt den Preis als bester männlicher Seriendarsteller für KDD - Kriminaldauerdienst (ZDF). Mit der Darstellung des Ermittlers Jan Haroska mit Alkoholproblem sei ihm eine «bewegende Charakterstudie» gelungen.
Ein Sonderpreis der Jury ging an den Regisseur Roland Suso Richter und sein ARD-Drama Mogadischu. Darin zeichnete Richter die Entführung der Lufthansa-Maschine «Landshut» im Oktober 1977 nach, mit der palästinensische Terroristen inhaftierte RAF-Mitglieder freipressen wollten. «Es wurde ein Dokument des Schreckens, wie es kaum eindringlicher sein kann», betonte die Jury. Der Nachwuchsförderpreis ging an die Drehbuchautorin und Regisseurin Julia von Heinz und ihren Dokumentarfilm Standesgemäß (ARD) über drei adlige Singlefrauen.
Walter Moers wurde für das ARD-Musical-Märchen Die 3 Bärchen und der blöde Wolf rund um die Figur Käpt'n Blaubär geehrt. Auch Christian Rach heimste mit seiner RTL-Sendung Rach, der Restauranttester einen Blauen Panther ein. Das Format sei durch Rachs kulinarische Fachkenntnis und sein psychologisches Fingerspitzengefühl ein «amüsantes und gleichwohl informatives Highlight im deutschen Unterhaltungsfernsehen».
Die Bayerischen Fernsehpreise wurden zum 21. Mal vergeben und waren diesmal mit insgesamt 160.000 Euro dotiert. Weitere Preise gingen unter anderen an den Moderator Christoph Süß vom Bayerischen Rundfunk und sein Magazin Quer sowie die Autoren Silke Zertz (für den Sat.1 Fernsehfilm Wir sind das Volk) und Bora Dagtekin (Doctor's Diary, RTL). Durch den Abend führten die Moderatoren Steffen Seibert und Markus Kavka. 3sat übertrug die Gala live.
car/news.de/ddp