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Von Wolf von Dewitz
Artikel vom 14.05.2009Er ist prominenter Vertreter der Mützenfrisur und derzeit umjubeltes Teenie-Idol: Zac Efron. Auch in seinem neuen Film bleibt der «High School Musical»-Darsteller seiner Teenie-Linie treu: Er ist «17 Again». Mehr aber auch nicht.
Ein Teenager in der Midlife-Krise: Durch Zauberei verjüngt sich der 37-jährige Mike O'Donnell über Nacht um 20 Jahre. Nun kann Mike einen Fehler aus der Vergangenheit wieder gutmachen: Damals war er seiner Freundin nachgerannt, anstatt auf dem Basketballfeld das Ticket zum College-Stipendium zu lösen. Doch erneut ist er unsicher, was er tun soll. In dem Regiewerk von Burr Steers (Igby) spielt Friends-Serienstar Matthew Perry den «alten» Mike.
Hollywood bringt alle Jahre wieder sogenannte Body-Switching-Comedys auf den Markt. Tom Hanks wurde plötzlich groß (Big, 1988), Jamie Lee Curtis tauschte auf der Leinwand ihren Körper mit Lindsay Lohan (Freaky Friday, 2003) und Jennifer Garner wurde als Kind 30 über Nacht (2004). Für die Hauptdarsteller ist das eine willkommene Herausforderung: Sie spielen Figuren, die sich wegen des Altersunterschieds zwischen Körper und Geist anders verhalten als von Außenstehenden angenommen.
Zac Efron gelang mit den kommerziell erfolgreichen Disney-Filmen High School Musical der Durchbruch. Der dritte Teil hielt sich wochenlang weltweit auf Platz eins der Kinocharts. Diese Formel übernimmt Regisseur Steers als vermeintliche Erfolgsgarantie in sein neues Werk 17 Again. Er präsentiert seinen Hauptdarsteller Efron so, wie es die High School Musical-Fans gewohnt sind: sportlich, attraktiv und makellos. Dass der «Ritter in glänzender Rüstung» keinen ebenbürtigen Gegenspieler hat und keine ernstzunehmende Gefahr durchstehen muss, trägt nicht unbedingt zur Dynamik des Films bei. Efron darf seinen nackten Oberkörper zeigen, mit Cheerleadern tanzen und dann doch - dem Ideal eines keuschen Puritaners entsprechend - seine Mitschüler von sexueller Enthaltsamkeit überzeugen.
Wenn das Sexsymbol Efron auf der Leinwand im Aufklärungsunterricht angewidert Probepackungen Kondome von sich wirft, wirkt das wie ein überzogener Witz - und ist auf der Leinwand bierernst gemeint. «Wie sollen euch andere respektieren, wenn ihr euch nicht selbst respektiert», belehrt er drei aufgetakelte Schülerinnen, die das mit der sexuellen Abstinenz nicht so ernst nehmen. Alles werde gut, ermuntert die verjüngte Hauptfigur Mike immer wieder seine beiden Kinder, die er nun als Quasi-Gleichaltriger durch die High-School-Wirren begleiten kann. Der ganze Film erscheint wie ein Missverständnis: Wo surreale Body-Switching-Komödie drauf steht, ist eine moralin-übersäuerte Familien-Geschichte drin.
Am Ende der 102 Filmminuten kommt dann endlich ein origineller Einfall: Im Abspann werden vom Filmteam Fotos aus Schulzeiten gezeigt - damals, als sie 17 waren.
Titel: 17 Again
Darsteller: Zac Efron, Matthew Perry, Leslie Mann, Thomas Lennon, Michelle Trachtenberg
Regie: Burr Steers
Spieldauer: 102 Minuten
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Kinostart: 14. Mai 2009