Nach uns das Saatgut
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Von news.de-Redakteur Michael Kraft, Hohenfelden
Artikel vom 23.08.2009
Es ist vorbei. Die 12. Auflage des Highfield-Festivals war die letzte in Hohenfelden. 25.000 Rockfans genossen den letzten Tag. Und der Abschied war in mehrfacher Hinsicht besonders hart.
Denn der Sonntag hatte vor allem wuchtige Drums und deftige Gitarren zu bieten. Auf der Hauptbühne lieferten sich Turbostaat, Afi, Apocalyptica, Rise Against und Die Toten Hosen einen Wettkampf in den Disziplinen härter, schneller breiter. Apocalyptica waren beim 200. und letzten Konzert ihrer aktuellen Tour die Gewinner in der ersten Kategorie. Rise Against ließen in punkto Tempo keine Wünsche offen. Die Toten Hosen waren der gewohnt verlässliche Rausschmeißer: jovial und bierselig.
Zuvor hatten Selig ein Comeback der besseren Art gezeigt – auch wenn ihr Sound deutlich würdevoller gealtert ist als ihr Look. Die neuen Stücke fügen sich wunderbar ein, und mit Ohne Dich hat die Band mit Sänger Jan Plewka noch immer einen echten Gänsehautmoment.
Im Zelt ging es deutlich abwechslungsreicher zu als auf der Hauptbühne. Von Rock’n’Roll samt Kontrabass (The Rising Rocket) über Lieder mit Folk- und Countryeinschlag (Blitzen Trapper) bis hin zu egomanisch-elektronischen Wunderkindern (Patrick Wolf) reichte die Palette.
Mit Tos gab es sogar eine echte Entdeckung. Das Quartett vom Bodensee begeisterte die Fans mit eingängiger, tanzbarer Rockmusik und einer höchst sympathischen Show. Wenn die Plattenmanager des Landes weniger Zeit damit verbringen würden, über Internet-Downloads zu jammern und stattdessen solche Talente förderten, wäre viel erreicht. Die Jungs brauchen nur noch ein bisschen Unterstützung (und einen neuen Namen), dann müssen sich zumindest die Beatsteaks vielleicht schon sehr bald warm anziehen.
Veranstalter Dieter Semmelmann war zufrieden mit dem letzten Highfield in Hohenfelden. Er hofft, dass nach den Konzerten alles ruhig bleibt: In den vergangenen Jahren waren wiederholt Zelte und Dixie-Klos angezündet worden, diesmal ist die Situation besonders prekär, weil einige Fans sauer sind wegen des Umzugs. 100 zusätzliche Securitykräfte sollen für Ordnung sorgen. «Bisher war es ein sehr friedliches, beinahe liebevolles Festival. Ich hoffe, dass nicht mehr passiert als sonst», sagt Semmelmann.
Wenn alles gut geht, wird auf dem Gelände demnächst wieder Getreide angebaut. Und Hohenfelden und die Highfield-Fans haben dann wohl das, was sie nach drei Festival-Tagen dringend brauchen: Ruhe.
seh/news.de
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