Neue Funktionen Google schraubt an Google

Google spendiert seiner Internetsuche neue Funktionen. Kein Wunder, die Konkurrenz wird härter. (Foto)
Google spendiert seiner Internetsuche neue Funktionen. Kein Wunder, die Konkurrenz wird härter. Bild: ddp

Je näher der Start der Suchmaschine WolframAlpha rückt, desto mehr Funktionen gönnt Google seinem eigenen Dienst. Doch das Unternehmen muss auch Rückschläge hinnehmen. In Griechenland wurde sein Street-View-Projekt jetzt erst einmal gestoppt.

Google will Ergebnisse seiner Internet-Suche demnächst neu darstellen, so dass auf den ersten Blick mehr Informationen als bisher angezeigt werden. Das Internet-Unternehmen stellte die neue Technik namens Squared in einer Webcast-Präsentation vor.

Statt der bisherigen Trefferliste mit den hervorgehobenen Suchbegriffen zeigt die Squared-Darstellung die gewünschten Informationen bereits in strukturierter Form. Dabei werden Inhalte aus der riesigen Internet-Datenbank von Google in Spalten und Reihen übersichtlich organisiert. Während der Präsentation wurde gezeigt, wie die Suche nach «kleinen Hunden» eine Übersicht auf den Bildschirm bringt, die Hunderassen mit Namen, Foto, Beschreibung, Gewicht und Größe aufführt.

Diese Inhalte wurden aus relevanten Webseiten herausgezogen. Die Internet-Nutzer haben zwar die Möglichkeit, sich von der Übersicht zu den zugrundeliegenden Originaldokumenten im Web zu klicken. Möglicherweise haben dann aber viele gar nicht mehr das Bedürfnis dazu, da sie bereits alle Informationen haben, die sie brauchen. Das allerdings dürfte den Betreibern der Websites gar nicht gefallen - insbesondere wenn sie zur Finanzierung ihrer Projekte auf viele Besucher angewiesen sind, um Einnahmen aus Online-Werbung zu erzielen.

Die für die Internet-Suche zuständige Google-Vizepräsidentin Marissa Mayer sagte, es gehe bei Squared darum, die Millionen von Nutzern effizienter als bisher bei Informationsrecherchen zu unterstützen. Meyer sprach von «informativen Klicks».

Google ist bisher schon in Konflikt mit Zeitungsverlegern, die mit den Google News ihre Urheberrechte verletzt sehen. Dort werden Kurzfassungen von Zeitungsberichten und Nachrichten angezeigt. Auch bei den Google News können die Nutzer schnell zu den Original-Websites gelangen. Vielen aber reicht die Kurzfassung auf dem Google-Server.

Eine weitere Neuerung der Google-Suche sind so genannte Snippets, mit denen Einträge in der Trefferliste mit zusätzlichen Informationen angereichert werden können. Bei den Suchoptionen soll es ermöglicht werden, die Ergebnisse auf Webseiten aus einem bestimmten Zeitraum zu begrenzen. Eine weitere Option ermöglicht es, die Suchmaschine auf bestimmte Kategorien wie zum Beispiel Produkttests anzusetzen. Die Neuerungen sollen nach und nach in den nächsten Wochen eingeführt werden.

Einen Rückschlag erlebte das Unternehmen jedoch in Griechenland. Dort hat die Datenschutzbehörde die Aufnahmen von Straßen und Häusern für die Google Street View vorerst gestoppt. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass weitere Vorkehrungen für den Schutz von Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten erforderlich seien.

Die Entscheidung bedeutet, dass die Autos von Google nicht durch Griechenland fahren dürfen. Die auf dem Dach dieser Fahrzeuge montierten Kameras fotografieren ihre Umgebung in einer 360-Grad-Rundumsicht und versehen die Aufnahmen mit Geodaten, also den genauen Längen- und Breitengraden.

Seit dem Start im Jahr 2007 ist die Street View als Ergänzung des Internet-Kartendienstes Google Maps für mehr als 100 Städte in mehreren Ländern eingeführt worden. Das Unternehmen hat Gesichter und Autokennzeichen auf den Bildern unkenntlich gemacht und bietet an, auf Antrag einzelne Darstellungen von Häusern zu löschen. Den griechischen Behörden reicht das aber nicht aus. Google müsse darlegen, wie die gesammelten Daten gespeichert und vor Missbrauch geschützt würden, erklärte die Behörde.

Eine Google-Sprecherin erklärte, das Unternehmen nehme den Schutz der Privatsphäre sehr ernst und werde das Angebot entsprechend anpassen. Zu Protesten gegen die Street-View-Aufnahmen kam es auch in anderen Ländern, etwa in Deutschland und Großbritannien. In Deutschland wurden die Aufnahmen bereits in mehreren Städten erstellt, bisher aber noch nicht online zugänglich gemacht.

Die britische Datenschutzbehörde hingegen lehnte es im April ab, Street View zu verbieten. Es sei nicht im öffentlichen Interesse, den Dienst in einer Welt zu sperren, «in der viele Leute twittern, bloggen und bei Facebook sind», entschied die Behörde.

Weiterführende Links:

Protest in Großbritannien: Menschenkette gegen Google-Fotos
Street-View-Aufnahmen: Deutschlands Straßen vor der Google-Linse

Mehr Informationen rund um Google gibt es im Dossier «Google und Datenschutz»

voc/bla/news.de/ap

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