Medienriesen leiden unter Werbeflaute
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Die großen deutschen Medienhäuser ProSiebenSat1 und Axel Springer verkünden beide schlechte Nachrichten: Die Umsätze gehen zurück, vor allem, weil die Werbeeinnahmen sinken. Doch die deutschen Unternehmen sind nicht allein mit ihren Problemen.
ProSiebenSat1 teilte mit, der Umsatz sei wegen der sinkenden Ausgaben der Unternehmen für Fernsehwerbung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 694 Millionen Euro gesunken. Die Kosten bekam ProSiebenSat1 aber zunehmend besser in den Griff, unter dem Strich blieb ein Gewinn von 45,5 Millionen Euro nach 60,0 Millionen und damit mehr als von den meisten Experten erwartet.
Gespart wird bei der Sendergruppe vor allem bei den Programmausgaben. Bemerkbar machten sich aber auch die weitgehende Schließung des Standortes in Berlin und der Umzug von Sat1 nach München. Insgesamt sanken die Kosten im zweiten Quartal dadurch um gut 100 Millionen Euro. Dies war bereits so viel, wie sich der Konzern für das gesamte Jahr vorgenommen hatte. Auch die Schulden des Unternehmens gingen um mehr als 260 Millionen Euro zurück. ProSiebenSat1 sitzt damit aber immer noch auf einem Schuldenberg von mehr als 3,4 Milliarden Euro. Man werde jedoch weiterhin angemessen in Programme investieren.
Auch der Medienkonzern Axel Springer leidet unter dem Einbruch der Werbemärkte. Im ersten Halbjahr 2009 ging der Umsatz von Europas größtem Zeitungshaus (Bild, Die Welt) um 6,6 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zurück. Der Konzern hält an seiner verhaltenen Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Bei rückläufigen Umsätzen werde das Ergebnis deutlich schlechter ausfallen.
«Derzeit sehen wir noch keine Anzeichen für eine Erholung in unseren wichtigsten Märkten», erklärte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Der Rückgang der Werbeerlöse um 13 Prozent auf 541,5 Millionen Euro habe der Verlag durch ein Einnahmeplus bei den digitalen Medien um 15,1 Prozent teilweise kompensieren können. Die Vertriebserlöse blieben bei einem Rückgang von 2,9 Prozent auf 580,4 Millionen Euro vergleichsweise stabil.
Doch nicht nur deutsche Medienkonzerne haben derzeit zu kämpfen. Im Mai hatte Europas größter TV-Konzern, die luxemburgische RTL-Group, mitgeteilt, die Gewinne hätten mit 87 Millionen Euro um mehr als 53 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Der Umsatz sei um 11,1 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gesunken. Ausschlaggebend für den Umsatz- und Gewinneinbruch sei auch hier der durch die Konjunkturkrise ausgelöste zweistellige Rückgang der Ausgaben für Fernsehwerbung in ganz Europa.
Den US-Medienkonzern News Corporation des Multimilliardärs Rupert Murdoch plagen ähnliche Sorgen. Wegen hoher Abschreibungen auf das Internet-Geschäft im vergangenen Quartal ist das Unternehmen in die roten Zahlen gestürzt. Die Wirtschaftskrise und die Werbeflaute brachten zudem fast alle Konzernsparten massiv unter Druck. Murdoch will nun auch im Internet sämtliche Nachrichtenangebote des Konzerns kostenpflichtig machen.
Unter dem Strich stand im Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal ein Minus von 203 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte die News Corporation noch mehr als 1,1 Milliarden Dollar Gewinn erzielt. Der Umsatz fiel um rund elf Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro), teilte der Konzern in New York mit.
Zum Imperium von Medienmogul Murdoch gehören unter anderem TV-Sender (Fox), Zeitungen (Times und Wall Street Journal) und das Hollywood-Studio Twentieth Century Fox. Gerade erst vergrößerte die News Corporation zudem ihren Einfluss beim Bezahlsender Sky Deutschland (früher Premiere). Die zuletzt hohen Sonderbelastungen kamen vor allem durch das Online-Netzwerk MySpace, das gegenüber Marktführer Facebook zunehmend ins Hintertreffen gerät.
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