«The Observer» vor dem Aus?
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Von news.de-Redakteur Christian Vock
Artikel vom 03.08.2009Die traditionsreiche britische Sonntagszeitung «The Observer» soll laut Medienberichten eingestellt werden. Demnach hat das Blatt mit hohen Anzeigen- und Auflageneinbrüchen sowie der Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen. Man sucht nach Lösungen.
Sie ist die älteste britische Sonntagszeitung und hat im Laufe ihrer Geschichte schon etlichen Stürmen getrotzt. Doch nun könnte die aktuelle Wirtschaftskrise den britischen Observer zu Fall bringen. Wie unter anderem die Wirtschaftszeitung Financial Times unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, berate der Herausgeber des Traditionsblattes,Guardian News & Media (GNM), ob und wie die Zeitung angesichts des vergangenen Anzeigen- und Auflagenschwundes gehalten werden könne.
Eine definitive Entscheidung soll nach Angaben der Financial Times noch nicht gefallen sein. Allerdings könne man eine völlige Einstellung des Observers in seiner jetzigen Form nicht ausschließen. Die Wirtschaftszeitung zitiert einen Journalisten des Observers mit den Worten «Die GNM hatte vor fünf Jahren schon einmal den Plan, uns dicht zu machen, und es wurde abgewendet. Diesmal scheint es um die Rettung des Guardian zu gehen. Man muss also annehmen, dass es viel ernster ist.» Der Guardian ist das Schwesterblatt des Observers.
Laut Sunday Times, einem Konkurrenten des Observers, akzeptiert der Scott Trust, der die finanzielle Zukunft des Guardian sicherstellen soll, aber keine völlige Schließung des Observers, sondern will lieber die Kosten des Blattes verringern. Laut Sunday Times sei ein Titel, der unter der Woche erscheinen soll, als Alternative im Gespräch. Ein entsprechendes Probeexemplar soll nach Angaben der Financial Times, die sich wiederum auf eine dem Observer-Management nahestehende Person beruft, bereits den Mitgliedern des Scott Trusts vorgelegt worden sein.
Der Observer wurde 1791 gegründet, die erste Ausgabe erschien am 4. Dezember 1791. Danach wechselte das Blatt mehrfach den Besitzer. Heute gehört der Observer zur Tageszeitung Guardian. Der Mutterkonzern von GNM, die Guardian Media Group, hatte vergangene Woche einen Verlust vor Steuern von fast 90 Millionen Pfund (105 Mio. Euro) für das Jahr 2008/09 veröffentlicht. Der Observer hat vor allem damit zu kämpfen, dass immer mehr Leser und das Anzeigengeschäft ins Internet abwandern.
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