Von news.de-Mitarbeiterin Denise Peikert
Jetzt wird sie wieder losgehen, die Diskussion um die Gratiskultur im Netz: Mit dem Online-Wörterbuch des Klett-Verlags fällt eine der letzten Bastionen der ausschließlich kostenpflichtigen Inhalte. Dabei ist die Angst vorm Gratis vor allem ein psychologisches Problem.
«Informationen wollen frei sein» ist der Schlachtruf von Lawrence Lessig. Der Jurist ist Vordenker einer Urheberrechts-Reformation und Guru derjenigen, die die freie Verfügbarkeit allen Wissens, aller Informationen im Netz fordern. Lessig stellt den öffentlichen Gemeinnutz von Informationen über das Interesse Einzelner. Einzelner Unternehmen zum Beispiel, die mit Inhalten Geld verdienen wollen.
Auf der anderen Seite stehen unter anderem die 160 Verleger, die die Hamburger Erklärung unterschrieben haben. Darin wird die kostenlose Verwendung journalistischer Inhalte auf Google News verurteilt.
Dabei ist die Gratiskultur im Netz vor allem ein psychologisches Problem. Nur weil Google alles umsonst kann, glauben die meisten Anbieter, kostenlos sei Pflicht. Doch egal, wie man zur Kultur-Debatte um die Auffassungen Lessigs steht: Ein Angebot muss sich zuallererst einmal finanzieren.
Der Klett-Verlag zum Beispiel wird die gedruckte Ausgabe Deutsche Rechtschreibung wegen seiner Onlineaktivitäten nicht einstellen – die neueste Auflage soll ab Herbst in den Regalen stehen. Für das Onlineangebot erwartet der Verlag im kommenden Jahr gerade einmal Kostendeckung. Geld wird also weiter im Kerngeschäft verdient.
Falsch ist es in jedem Fall, kollektiv über den Stand der Dinge im Netz wehzuklagen. Ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln ist Aufgabe der Anbieter. Und die sollten die Rahmenbedingungen kennen, bevor sie sich an den Markt wagen.
Weiterführende Links:
Klett-Verlag: Kostenloser Duden-Konkurrent im Netz
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