«Wir sind gereift wie ein guter alter Gouda»
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Von Mareen Kirste
Artikel vom 16.07.2009
Als die No Angels in Berlin ihr neues Album «Welcome to the Dance» vorstellen, geben sie sich gewohnt ausgeglichen und gut gelaunt. Der Medienrummel um Sängerin Nadja Benaissa scheint an ihr und der ganzen Band vorbeigezogen zu sein.
In der Astor Film Lounge am Kurfürstendamm geben die Vier fast zwei Stunden Interviews für die neugierige Presse. Dabei werden sie nicht müde, die immer wiederkehrende Frage nach der Reaktion der Gruppe auf die Vorwürfe gegen ihre Bandkollegin zu beantworten. Der Zusammenhalt unter den Sängerinnen ist spürbar.
«Man muss positiv denken und die schönen Dinge des Lebens immer wieder betonen. Mein Job und die Band geben mir viel Kraft und Halt», erklärt Nadja ihre Situation. Das Gute am Künstler-Dasein sei, seine Gefühle in der Kunst verarbeiten zu können, sagt Sängerin Sandy. Auch das neue Album Welcome to the Dance sei ein Ventil für Emotionen gewesen, die jede Einzelne von ihnen seit Jahren in sich gehabt habe.
Aufzuarbeiten hatten Jessica, Sandy, Nadja und Lucy demzufolge einiges in Sachen Liebe: In dem Song Too Old sowie den Balladen Derailed, Young Love und Say Goodbye werden ihre schönen und schmerzhaften Seiten besungen. Im Vordergrund der Platte stehen jedoch Titel wie Welcome to the Dance, Danceaholic oder die erste Singleauskopplung One Life, die nach Angaben von Universal Music ab 21. August in den Läden steht. Ihre rhythmischen, Beat-lastigen Melodien mit Dance- und Hip Hop-Einflüssen geben den Ton des Albums an. In ihren Texten singen die Vier von der Freude am Leben und am Tanzen.
«Wir gehen alle sehr gerne tanzen», sagt Nadja. Auf ihre neue CD ist die Gruppe sichtbar stolz. «Es war ein langer Prozess. Die Niederlage beim Grand Prix war ein echter Rückschlag. Wir wollten uns aber nicht verkriechen, sondern sagten uns 'Jetzt erst recht!'», erklärt Sandy. Beim letzten Album Destiny seien sie nicht mutig genug gewesen. Mehr von sich selbst zeigen, sei ihre Motivation gewesen.
Dabei habe sich die Band in jeder Hinsicht weiterentwickelt. «Die No Angels waren früher nur ein Name. Heute ist dieser Name mit Persönlichkeiten angefüllt», sagt Jessica. «Wir sind gereift wie ein guter alter Gouda», ergänzt Lucy. Doch einiges sei ganz genauso wie am Anfang ihrer Karriere, als sie im Jahr 2000 die erste Staffel der Fernsehcastingshow «Popstars» gewannen. «Der Grundcharakter der Band hat sich nicht verändert. Was uns früher schon verbunden hat, verbindet uns heute auch noch. Wir sind echt geblieben», sagt Lucy.
Welcome to the Dance ist in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Produzenten und Songwritern entstanden. Dies ist insbesondere der Verdienst des neuen Managers der Gruppe, Khalid Schröder. Seine Verbindungen in die USA haben die Sängerinnen im Herbst vergangenen Jahres nach New York geführt, wo sie viele der Songs aufnahmen. «Es ist ein amerikanisches Album, was uns alle viel Energie gekostet hat. Jede Einzelne musste sich den krititischen Blicken der New Yorker Produzenten unterziehen. Da ist schon einmal die ein oder andere Träne geflossen», sagt Schröder.
Das Ergebnis ist ein äußerst tanzbares Album, das am 21. September erscheinen soll. Nach den vielen Schlagzeilen über ihr Privatleben sind die No Angels nun offenbar froh, endlich wieder über ihre Musik reden zu können.
Weiterführende Links:
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