Von news.de-Redakteur Christian Vock
Mit Filmen wie «Camp Rock» oder «High School Musical» kreiert der Disney Channel immer neue Teenie-Idole. Die Mischung aus Film und Musik funktioniert so gut, dass es die Hauptdarsteller auch ins Plattenstudio zieht. Aus Film- werden Popstars.
Miley Cyrus hat es vorgemacht. In der Disney-Channel-Serie Hannah Montana spielt die 16-Jährige eine Schülerin, die ein Doppelleben als Sängerin führt. Den Soundtrack zur Serie hat Cyrus gleich mit eingesungen. Die Mischung aus Musik, Film und Teenieproblemchen schlug bei der Zielgruppe ein wie Pickelcreme.
Cyrus, Tochter des Country-Sängers Billy Ray Cyrus, startete gleich darauf eine eigene Sangeskarriere und auch hier ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Inzwischen ist sie der Megastar des Disney-Universums. Auf der ganzen Welt bekannt, verdiente sie in den vergangenen Jahren Millionen. Das US-Magazin Forbes führt die 16-Jährige auf Platz 29 der einflussreichsten Berühmtheiten aus dem Showgeschäft. Damit liegt sie noch vor Größen wie Rapper Jay-Z, Comedian Jerry Seinfeld oder Schauspiellegende Clint Eastwood.
Wenn uns die Filmindustrie etwas gelernt hat, dann die Tatsache, dass Erfolg Erfolg nach sich zieht. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß. Nicht umsonst werden Kassenerfolge solange in die Fortsetzung geschickt, bis auch der letzte Groschen gefallen ist. Dass ausgerechnet der Disney-Konzern ein Meister der Vermarktung ist, ist weder überraschend noch ihm vorzuwerfen: Hannah Montana gab inzwischen ihr Debüt auf der Kinoleinwand, der ebenfalls erfolgreiche Film High School Musical schickte bereits zwei Fortsetzungen hinterher, derzeit begeistert Disneys jüngster Streich Camp Rock die Clearasil-Meute.
Was den Hauptdarstellern der Filme gemeinsam ist: Sie sind jung, hübsch anzusehen und können singen. Aber vor allem eint sie der Glaube: «Was Miley kann, können wir auch». Und so verwundert es kaum, dass in jüngster Zeit ein Album nach dem anderen von Disney-Channel-Stars in den Regalen steht.
Ashley Tisdale war zwar schon früher musikalisch unterwegs, große Bekanntheit aber erfuhr sie erst durch ihre Rolle in der Filmreihe High School Musical. 2007 erschien ihr erstes Album Headstrong, das in den USA bis auf Platz fünf der Charts sprang. Ihre zweite Platte Guilty Pleasure ist seit dem 12. Juni auf dem Markt.
Seit diesem Tag steht auch das Debütalbum von Demi Lovato in den Regalen. Die 16-Jährige kennt man ebenfalls aus Camp Rock, in dem wiederum die Teenie-Band Jonas Brothers mitspielte, die über den Popularitätszuwachs nicht undankbar gewesen sein dürfte. Zuvor hatte die 2005 gegründete Band bereits einen Gastauftritt in der Serie Hannah Montana. Man kennt sich.
Vielleicht ein bisschen zu gut, denn was bei den Neu-Sängern musikalisch herauskommt, ist nur schwer von einander zu unterscheiden. Die meist minderjährigen Damen werden mit Make-Up und Lippenstift wie Mittdreißiger zurecht gemacht und singen mit ihren jungen Jahren mit einer Attitüde, als hätten sie schon alles erlebt. Über die Popmelodien werden Gitarrenriffs genagelt, um von dem noch jüngeren Zielpublikum als Autorität wahrgenommen zu werden. Man will erwachsen sein.
Ob die jüngsten Disney-Stars den Riesenerfolg ihrer Vorgänger wie Britney Spears, Justin Timberlake oder Christina Aguilera, die sich alle schon aus dem Mickey Mouse Club kennen, wiederholen können, bleibt abzuwarten. Für die Plattenfirmen dürfte es dennoch ein mehr als kalkulierbares Risiko sein. Was auf dem Bildschirm gut war, kann auf dem iPod nicht schlecht sein.
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Diese armen Kinder. Sie werden quasi von Geburt an auf Karriere getrimmt, und das ist eine Form der Misshandlung. Nur ärgerlich, dass sie die daraus folgenden psychischen Probleme dann in aller Öffentlichkeit ausleben müssen. Siehe Britney Spears...
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