Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) fordert die Europäische Kommission auf, härter gegen die digitale Bibliothek des Internetkonzerns Google vorzugehen. Unterstüzung erhält er dabei von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).
«Dieses Verfahren hat eine kultur- und medienpolitische Bedeutung, der wir uns auf europäischer Ebene stellen müssen», sagte Neumann dem Handelsblatt. Der Beauftragte der Bundesregierung forderte die Kommission auf, zeitnah zu prüfen, welche Einflussmöglichkeiten aus europäischer Sicht bestünden.
Auch Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist gegen die Pläne Googles, künftig nicht mehr lieferbare Bücher ohne Zustimmung der Autoren online anzubieten. «Das Vorgehen von Google ist nicht akzeptabel», sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem Blatt. «Erst scannen und dann fragen - das geht nicht.»
Die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort begrüßte die Initiative ebenfalls: «Die Politik hat endlich begriffen, wie wichtig Urheberrechte für die Wissensgesellschaft sind», sagte Vorstandsmitglied Rainer Just dem Handelsblatt. Den Angaben zufolge holt sich die VG Wort derzeit Rückdeckung von ihren 140.000 Mitglieder, um gegen Google vor US-Gerichte ziehen zu können. «Wir haben den Wahrnehmungsvertrag geändert, damit die VG Wort die Interessen der Autoren und Verlage bei einem möglichen Vergleich mit Google verteidigen kann», sagt Just.
Erst vergangene Woche hatte die Bundesregierung eine EU-Initiative gegen die Digitalisierung von Büchern durch den Internetriesen gefordert. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte in einer Pressemitteilung kritisiert, das Projekt Google Books sei «mit den Grundsätzen des europäischen Urheberrechts nicht zu vereinbaren». Der in Brüssel tagende Rat der EU-Wettbewerbsminister hatte auf Anregung Deutschlands die EU-Kommission dazu aufgerufen, Schritte zum Schutz europäischer Autoren zu ergreifen.
Google hat in den USA einen gerichtlichen Vergleich mit den Verlagen geschlossen, nach der das Internetunternehmen gegen Zahlung einer pauschalen Entschädigung Bücher ohne Zustimmung der einzelnen Autoren digitalisieren kann. Unter den gescannten Büchern seien auch solche von europäischen Autoren, hatte Zypries kritisiert. Allerdings könnten Autoren und Verlage bis zum 4. September noch Einwände gegen den Vergleich vorbringen, weil dieser noch nicht rechtskräftig sei.
Google nutzt die digitalen Kopien für den Aufbau einer Datenbank, der sogenannten «Google Buchsuche». Damit können Internetnutzer eine Ansicht der Titelseite und in den meisten Fällen auch kurze Ausschnitte aus den Büchern aufrufen, sogenannte «snippets».
Weiterführende Links:
Rechtsstreit: Bildung siegt über Verlagsinteressen
Google: Die Firma aus der Klischee-Garage
Dossier: Google und der Datenschutz
Vielleicht haben ja diese BRD-Politiker Angst, daß zu viele auf irgendwelchen Indexen aufgelisteten und auch tatsächlich verbrannten Bücher wieder auftauchen, die am Selbstverständnis dieses Pseudostaates nagen könnten :-)
jetzt antwortenKommentar meldenHa, ha. Steinmaier und Neumann. Steinmaier war doch erst auf einam Treff mit den Bilderberger.de. Sollte etwa Neumann auch dort gewesen sein? Immerhin ist Bill Gates nur allzu gern bei den Bilderbergern zu Gast, Tja und dann wäre da noch die A-Bomben sichere Samenbank vom Bilderberger Bill Gates auf einer kleinen Insel in Norwegen. Wen wollen die Herren nun schon wieder foppen, oder soll das gemeine Volk nur noch Infos bekommen, welche von den Bilderberhern zugelassen werden?
jetzt antwortenKommentar meldenGoogle ist einfach zu innovativ und bahnbrechend für die veralteten und festgefahrenen Strukturen unserer Politiker. Die wollen mal wieder den Fortschritt aufhalten anstatt sich anzupassen und dabei greifen sie wie üblich zum Brecheisen. Selbst wenn es ganze Werke wären, könnte man doch sicher eine Regelung treffen, nach der nur Bücher die eine gewisse Altersgrenze überschreiten dort angeboten werden dürften. Damit gäbe es immer noch genug Bücher, die man erst einmal in die Datenbank einpflegen müsste und neuere Bücher müssten immer noch auf alt hergebrachte Weise besorgt werden, wenn man sie sofort sehen will. Wenn Autoren dann noch eine entsprechende Entschädigung pauschal zu kommt, ist das doch für alle nur von Vorteil. Ich kann mir nur jedes mal an den Kopf fassen, wenn ich sehe wie sturr Politiker an ihren alten Regeln festhalten. Leute, die nicht mal wissen was ein Browser ist, sollten sich nicht in solch zukunftsweisende Themen einmischen dürfen.
jetzt antwortenKommentar meldenIch sage dazu nur eines: Die Diktatur lässt grüßen. Nur mit einer Volksverdummung lässt sich ein Land so regieren, wie es die Politiker gerne hätten. Was ist dabei, die Titelseite und ein paar snippets einzustellen? Zum einen sind keine Urheberrechte verletzt und zum anderen können dann auch nicht ganz so bekannte oder auch berühmte Autoren ihre Werke besser der Allgemeinheit zur Schau stellen und haben so die Möglichkeit, Vielfalt und andere Ansichten und Wege zu verbreiten. Aber das wollen die Politiker oder die alten Schulwissenschaftler (die stecken ja meistens unter einer Decke mit den Politikern) ja gar nicht, denn sonst müssten sie evtl. ja zugeben, dass andere einen anderen, einfacheren und besseren Weg gefunden haben, um die gleichen oder höherwertige Resultate zu erzielen.
jetzt antwortenKommentar meldenWarum die Aufregung? Solange nicht ganze Werke ins Netz gestellt werden bin ich dankbar für jeden Hinweis auf Bücher und Werke neuer und bereits "verloren gegangener" Autoren deren Bücher für, auch gerade jungen Leser, der viel mehr als wir Älteren, sich am und im Internet orientiert, interessant und lesenswert sein könnten und sollten. Gerade alte Werke und auch Zukunftsromane wie zum Beispiel von Hans Domenik können oft spannender sein als mancher Artikel in der Zeitung oder Darstellungsbücher der Politiker und sogenannter Prommis.
jetzt antwortenKommentar meldenfrage: was habe ich davon, wenn ich ein nicht mehr erhaltbares buch suche, titelblatt und kleine ausschnitte angezeigt bekomme? nützen kann mir im zweifelsfalle nur das gesamt buch. da wende ich mich im bedarfsfalle doch lieber gleich an ein antiquariat, um weiter zu kommen.
jetzt antwortenKommentar meldenFrance Gall 1969 -Ein bisschen Goethe, ein bisschen Bonaparte-besang eine französische Bardin.Damal bereits,zur Lage und Situation im Land der Germanen.Aus der studentischen Gruppe,vom 2.Juni Mord an eiknem friedlichem Studewnten,mit NAME OHNESORG.In schlimmerer Veränderung -RAF-Grund "noch" Wiederstand wurde.Das war bereits-DAMALS-leider. Grausam bleibt,was sich Politiker dabei denken,die doch eher sichtbar ZUGEBEN sollten,welche Verdummung und somit Täter SIE sind.
jetzt antwortenKommentar meldenIm Dritten Reich wurden auch Bücher verbrannt, damit das Volk dummm und lenkbar bleibt... Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einer Gesellschaft wo der Staat Überwachungsinstrumente installiert. Ob es die Erlaubnis ist alles abzuhören welche wieder eingeführt wurde oder die diskutierte anstehende Zensur von Internetseiten. Statt für die Bildung und somit Eigenständigkeit der einzelnen Individuen eines Staates zu sorgen, werden sämtliche Haushaltsgelder zunehmend in die Bekämpfung angeblicher gefährlicher Phenomene unserer Zeit gesteckt. Dies wäre eine gute Möglichkeit !
jetzt antwortenKommentar meldenIch bin selbst Autor und finde es gut. Es werden ja nur Titelseite und "snippets" veröffentlicht, nicht das komplette Werk. Neue Autoren werden von Verlagen ja nur sehr sehr selten verlegt, da es "besser" ist bereits etablierte Bestseller zu übersetzen und zu verkaufen, ... Das Urheberrecht wäre ja nur dann betroffen, wenn Google die "snippets" so darstellte, als ob es Googles Werk ist. Also, wofür die ganze Aufregung, haben unsere Politiker noch nicht genug Probleme erschaffen, die wirklich gelöst werden müssen? Warum also immer solche Pseudothemen, um die Massen zu beschäftigen?
jetzt antwortenKommentar meldenMeine erste Reaktion war auch, das ist eine gute Idee von Google.Wie Frau Schäffer finde ich dass, das Wissen allgemein zugänglich gemacht werden soll, außerdem geht es sowieso nur um die Ausschnitte ("snippets"), nicht um die ganze Werke. Und wenn Verlage mal sehen, das man ein Buch häufig im Internet angeklickt hat, vielleicht reagieren sie schnell und drucken wieder neue Ausgaben. Somit könnte es auch ein Gewinn für den/die Verlage sein. Ich bin nur Laie, alo kein Buchhändler oder Verlagsfrau, nebenbei bemerkt. Ihre Argumente höre ich gern.
jetzt antwortenKommentar meldenIch find Googles Idee sehr gut und das ganze Geschrei von Politikern und VG-Wort unsinnig. Wenn diese Geldeinstreicher mit ihren Buechern weiter Geld verdienen wollen, muessen sie die Buecher eben wieder auflegen.
jetzt antwortenKommentar meldenIch finde es gut, wenn Bücher, die vergriffen sind und die man so nicht mehr erhalten kann, von Google veröffentlicht werden. Es wäre doch eine Bereicherung und es ist sowieso an der Zeit, Wissen allgemein zugänglich zu machen. Nicht jeder kann sich jedes Buch leisten. Was soll denn hier bezweckt werden?
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