Sie hätte der weibliche Paul Potts werden können. Doch der schottischen Hausfrau Susan Boyle fehlte das besagte kleine Quentchen Glück, mit dem sie der neue Superstar der Briten hätte werden können. Ausgestochen wurde sie von einer Tanzgruppe.
Sie war ihrem Traum so nahe. Als die schottische Hausfrau Susan Boyle beim Finale der Casting-Show Britain's Got Talent das Ergebnis der Publikumsabstimmung erwartete, konnte sie es vor Spannung kaum noch aushalten. Und dann wurde der Name des Siegers verkündet, der Name des Künstlers, der vor der Queen auftreten darf und zudem noch 100.000 Pfund gewinnt: «Diversity». Nicht Susan Boyle. «Diversity», eine zehnköpfige Truppe von Street-Dancern, hat das Millionenpublikum an den Fernsehbildschirmen des Königreichs mit ihrer fesselnden Tanzshow voller Knalleffekte im Sturm erobert und sich die Mehrzahl der Fans bei der Zuschauerabstimmung gesichert.
Susan Boyle gab sich gefasst, gratulierte artig und wünschte den Tänzern aus der Grafschaft Essex unweit von London alles Gute. Dabei mag sie sich gefragt haben, woran es gelegen habe, dass sie ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden konnte und trotz des Weltruhms, den sie in den vergangenen Wochen erlangte, das Nachsehen hatte.
Susan Boyle hoffte mit dem Lied, das ihr schon einmal Glück brachte, den Sieg zu erringen. Boyle wählte das Stück I Dreamed A Dream aus dem Musical Les Miserables, mit dem sie in der Vorrunde die zunächst spottende Jury zu Tränen gerührt hatte, das Publikum zum Toben brachte und dank rund 100 Millionen Klicks beim Videoportal YouTube weltberühmt geworden war. Und ihr gelang gesanglich sogar ein noch besserer Auftritt, als beim ersten Mal.
Und auch an ihrem Äußeren hatte die Frau aus dem kleinen schottischen Dorf gearbeitet. Die einst zauselige graue Frisur war bereits seit dem Halbfinale geordnet und gefärbt, statt ihrer altbackenen Kleidung trug sie ein wallendes Kleid wie eine Operndiva und ihre Gesten beim Singen wirkten natürlicher als bei früheren Auftritten.
Doch als die Musik verstummte, war das Publikum im Saal nicht so aus dem Häuschen, wie bei ihren ersten Auftritten. Vielleicht lag es daran, dass alle den Song schon kannten, vielleicht hatte Susan Boyle durch ihren Ruhm und die Sieges-Prognose von Buchmachern auch ihr «Underdog»-Image verloren. Sicher fehlte der Überraschungseffekt von früheren Auftritten. Schließlich war Boyle deshalb berühmt geworden, weil ihr plumpes Auftreten überhaupt nicht mit ihrem atemberaubenden Gesang zusammenpasst. Wer sie mehr als einmal sieht, ist dieses «Aha»-Effekts schon beraubt.
Im Gegensatz zum Publikum waren die Juroren von Boyle indes begeistert - nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich trotz zahlreicher Negativschlagzeilen, Kritik und immer stärker werdenden Druck zum Finale gestellt hatte. «Ich habe noch nie eine solche Stimmgewalt gehört», sagte Amanda Holden. Und Simon Cowell, so etwas wie der Dieter Bohlen des Königreichs, fand ganz entgegen seiner Art überhaupt nichts zu kritisieren. «Ich finde Dich einfach fantastisch.»
ham/news.de/dpa
There are many people in this world who have good or strong or even trained voices - but who lack the courage for making known this fact. It is that remarkable courage which Susan Boyle demonstrated, that deserves true admiration the most. While after the disappointment about ending up second her nervous breakdown was quite understandable, it is to be expected that the inner power which was the basis of her courage in the first place, will lend her the strength to overcome and rise above the odds, and to reach the goal of her dreams.
jetzt antwortenKommentar melden