Datenschutz im Job: Potenziell gefährlich! Diese Daten darf der Arbeitgeber erheben

Jede E-Mail, jede Zeiterfassung, jede Dienstwagenfahrt, jeder Anruf und jeder Arbeitsschritt produziert heute Daten. Für Chefs sind die sehr interessant, für Angestellte potenziell gefährlich. Das Gesetz schützt Arbeitnehmer zwar - der Teufel steckt jedoch im Detail.

Es gibt Informationen, die der Chef haben darf oder sogar muss. Andere Dinge gehen ihn aber nichts an. Bild: Christin Klose/dpa

Wer Datenschutz hört, denkt meist zuerst an Facebook, Google und andere neugierige Konzerne. Doch Datenkraken gibt es nicht nur im Internet, sondern auch am Arbeitsplatz.

Datenschutz im Beruf: Der Arbeitgeber muss nicht alles wissen

Und je digitaler die Arbeitswelt, desto mehr Arbeitnehmer betrifft das Thema Datenschutz im Job direkt - und desto komplizierter wird es. Dabei ist die Rechtslage im Grunde simpel:Was der Chef nicht unbedingt wissen muss, darf er auch nicht wissen. "Informationelle Selbstbestimmung ist ein Grundrecht, das man an der Bürotür nicht abgibt", sagt Norbert Geyer, Fachanwalt für IT-Recht und Experte für Datenschutz. "Der Arbeitgeber darf Daten daher nur erheben, wenn es für die Arbeit des Mitarbeiters und für die Durchführung des Arbeitsverhältnisses erforderlich ist."

Konkret bedeutet das:Manche Informationen muss der Arbeitgeber einfach haben - Name, Anschrift und Geburtstag zum Beispiel. Ansonsten kann er keine vernünftige Gehaltsabrechnung erstellen. Was darüber hinausgeht, bleibt aber Privatsache. Hier geht das Schutzrecht sogar so weit, dass Arbeitgeber bestimmte Dinge nicht einmal fragen dürfen. So ist es zum Beispiel bei der Frage nach einer Schwangerschaft, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erläutert.

Ein weiteres Beispiel: Bei einem Lkw-Fahrer darf der Arbeitgeber per GPS kontrollieren, ob er sich an die Pausenzeiten hält. Denn die sind gesetzlich vorgeschrieben. Er darf dabei aber nicht ohne weiteres erfassen, wo der Fahrer mit seinem Lastwagen gerade ist, erklärt Norbert Geyer. Denn das zu wissen, ist für einen Logistiker zwar praktisch, aber nicht unbedingt notwendig.

Welche Daten dürfen Arbeitgeber vom Arbeitnehmer sammeln?

Natürlich sammeln viele Arbeitgeber solche Daten aber doch. Das ist auch völlig legitim - solange es passende Betriebsvereinbarungen gibt oder der Arbeitnehmer zustimmt. Oft unterschreiben Angestellte deshalb mit dem Arbeitsvertrag entsprechende Einwilligungen. Die Dokumente müssen aber klar getrennt sein. "Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass er in seiner Entscheidung zur Einwilligung frei ist und eine Verweigerung der Einwilligung das Arbeitsverhältnis nicht gefährdet", erklärt Geyer.

Manche Daten darf der Arbeitgeber auch sammeln, weil es sich indirekt aus dem Arbeitsvertrag ergibt. Verbietet er zum Beispiel privates Surfen am Arbeits-PC, muss er im Grunde auch kontrollieren, ob sich die Beschäftigten daran halten: "Ansonsten kann es sein, dass diese arbeitsvertragliche Regelung durch betriebliche Übung geändert wird", sagt Geyer. Dabei sei aber nicht jedes Überwachungsmittel rechtens: Hier müsse immer abgewogen zwischen den Rechten des Arbeitgebers und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

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