Zu niedrige Anforderungen?
Zu viele Einsen! Lehrerverband kritisiert Notenvergabe

Der Deutsche Lehrerverband kritisiert einige Bundesländer wie Berlin, die zu schnell gute Noten vergeben würden. Das Abitur werde verschenkt. Nun hat der Verband eine drastische Forderung.

Ist das Abitur in Berlin zu einfach? Bild: dpa

Der Deutsche Lehrerverband hat nach der Veröffentlichung der neuesten Pisa-Ergebnisse eine Rückkehr zum Leistungsprinzip in Schulen gefordert. "Ich glaube, dass wir in Deutschland die Ansprüche runtergefahren haben, gleichzeitig aber die Noten immer besser geworden sind. Aus diesem Dilemma müssen wir raus", sagte der Vorsitzende Josef Kraus gegenüber dem ZDF-"Morgenmagazin".

Kritik vom Deutschen Lehrerverband: Einige Bundesländer verschenken gute Abitur-Noten

"Ich glaube, wir müssen unseren Schülern im Unterricht wieder mehr zumuten und wir sollten ihnen auch ein bisschen mehr zutrauen", ist sich Kraus sicher. Mehr Härte bei der Notenvergabe und die Nicht-Anerkennung von Zeugnissen wären mögliche Folgen. So sollten laut Kraus, anspruchsvolle Bundesländer wie Bayern Abiturzeugnisse anspruchsloser nicht anerkennen.

Keine Verbesserung, niedrigere Anforderung

Beispielsweise würden in Berlin leichtfertig gute Noten verteilt. Innerhalb von zehn Jahren habe sich dort die Anzahl der Abiturzeugnisse mit einem Einser-Durschnitt vervierzehnfacht. Eine Verbesserung der Schüler sei dies jedoch nicht, so Kraus gegenüber der "Bild". Er sehe niedrigere Anforderungen an die Schüler als Grund für die guten Noten. Seiner Meinung nach sollte aus dem Abitur wieder "ein Attest für Studienbefähigung und nicht für Studienberechtigung werden".

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Deutschland hat beim weltweiten Schulvergleichstest "PISA 2015" einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die 15-jährigen Schüler erzielten in Naturwissenschaften und Mathematik schlechtere Ergebnisse als in den Jahren zuvor, bei der Punktzahl für Lesekompetenz ging es hingegen minimal aufwärts, wie die OECD am Dienstag mitteilte.

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bua/jat/news.de/dpa

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