OECD Studie zu Bildung in Deutschland: Durchwachsene Startchancen für Jugendliche

Brummende Konjunktur, funktionierendes Ausbildungssystem: Die Chancen der meisten Jugendlichen in Deutschland sind gut. Doch mehr als jeder zehnte junge Erwachsene bleibt ohne Abitur oder Berufsabschluss.

Obwohl immer mehr Kinder und Jugendliche gute Schulergebnisse erzielen, ist Deutschland von der Chancengleichheit noch weit entfernt. Bild: Patrick Pleul/dpa

In kaum einem anderen Land gehen so viele junge Leute zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Trotzdem gibt es weiterhin viele Jugendliche mit schlechten Chancen: Der Anteil junger Menschen ohne qualifizierten Abschluss stagniert seit Jahren. Das zeigt die am Donnerstag (15.09.2016) in Berlin präsentierte OECD-Studie "Bildung auf einen Blick".

OECD Studie lobt Bildung in Deutschland

So waren in Deutschland im vergangenen Jahr 8,6 Prozent der 15- bis 29-Jährigen nicht in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung. Es ist einer der niedrigsten Anteile in den OECD-Ländern. Nur Island (6,2 Prozent), die Niederlande und die Schweiz (beide 8,3 Prozent) sowie Luxemburg (8,4 Prozent) schneiden besser ab. Der OECD-Durchschnitt beträgt 14,6 Prozent.

Zu den Gründen zählt der OECD-BildungsexperteAndreas Schleicherdie gute Wirtschaftslage und die als vorbildlich geltende berufliche Bildung. Der Übergang in den Beruf sei in der Regel reibungslos.Zehn Jahre zuvor hatteder Anteil der Menschen ohne Schule, Ausbildung oder Jobin Deutschland mit 14,7 Prozent noch fast auf dem seither nahezu unveränderten OECD-Schnitt gelegen.

Im Länder-Vergleich: Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss geht zurück

Der Anteil der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur sank in den vergangenen Jahrzehnten kaum. Er liegt bei den heute 25- bis 34-Jährigen bei 13 Prozent - bei den 55- bis 64-jährigen sind es 14 Prozent. In anderen Ländern konnte der Anteil der Geringqualifizierten in den vergangen 30 Jahren deutlich verringert werden: in Österreich etwa von 23 auf 10 Prozent, in der Schweiz von 16 auf 8 Prozent.

Der Anteil junger Erwachsener mit akademischen oder höheren beruflichen Abschlüssen stieg zwischen 2005 und 2015 von 22 auf 30 Prozent.

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