Entscheidung vor Arbeitsgericht: 200-Kilo-Gärtner wegen Übergewicht gefeuert

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet der 48-jährige Hartmut H. als Gärtner in der selben Firma. Doch nun wurde er gekündigt. Der bizarre Grund: Der Mann sei zu dick für seinen Job. Nun klagt er vor dem Arbeitsgericht.

Ein Gärtner wurde wegen extremen Übergewichts gefeuert. Bild: Fotolia / Kurhan

Bei einer Größe von 1,94 Meter wiegt der Gärtner 200 Kilo. Dem Arbeitgeber war das zu viel. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, soll die Garten- und Tiefbaufirma in der Kündigung angegeben haben, dass sie Hartmut H. wegen seines Übergewichts nicht mehr einsetzen können. Angeblich könne er den Kleinlaster nicht mehr fahren, da er nicht hinters Lenkrad passe und der Sitz sei durchgesessen.

Gärtner wegen Übergewicht gekündigt

Außerdem sollen wegen des Übergewichts des 48-Jährigen anstatt zwei Kollegen nur noch einer neben ihn mit dem Wagen zum Einsatzort fahren können. H. bestreitet dies jedoch: "Es ist ein bisschen eng, aber es passen schon noch zwei Kollegen rein!"

"Für eine Leiter sei er zu schwer"

"Beim Graben sollen regelmäßig Abbruchkanten unter dem Mitarbeiter wegbrechen. Für eine Leiter sei er zu schwer, es gäbe auch keine passende Arbeitskleidung mehr", fasste der Richter weitere Beschwerden des Arbeitgebers zusammen.

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"Haben Sie mal versucht, ihr Gewicht zu reduzieren?", zitiert die "Bild" den Richter. Hartmut H. antwortete: "Ja, ich habe sogar eine Therapie gemacht. Aber es hilft nichts." Das Gericht gab am Ende seiner Kündigungsschutzklage statt. Schließlich könne der Arbeitgeber nicht beweisen, dass Hartmut H. seine Arbeit nicht verrichten könne, begründete das Gericht seine Entscheidung.

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bua/gea/news.de

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