Keine Ruhe nach Feierabend: 42 Prozent checken Arbeits-Mails in ihrer Freizeit

Das Internet lässt die Grenzen zwischen Job und Privatleben weiter verschwinden. Eine Studie belegt jetzt, dass viele Deutsche nach Feierabend erreichbar sein wollen oder müssen.

42 Prozent der Deutschen checken Arbeits-Mails auch nach Feierabend. Bild: Oliver Berg/dpa

Auch nach Feierabend lesen 42 Prozent der Deutschen Arbeits-Mails

42 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben in einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) gesagt, dass sie nach Feierabend noch berufliche E-Mails lesen. 28 Prozent nehmen nach eigenen Angaben die Informationen nicht nur passiv zur Kenntnis, sondern antworteten auch in ihrer Freizeit, heißt es in der in Frankfurt vorgelegten Studie.

Die internationale Rangliste

Als noch eifriger als die Deutschen, die international im Mittelfeld liegen, zeigten sich die Schweizer, die zu 58 Prozent nach Feierabend ihre beruflichen Mails checken. 6.000 Arbeitnehmer wurden für die Studien gezielt befragt. Die weitere Rangliste der Arbeits-E-Mail-Leser sieht so aus.

  • Schweizer: 58 Prozent
  • Italiener: 56 Prozent
  • Österreicher: 54 Prozent
  • Spanier: 45 Prozent
  • Briten: 37 Prozent
  • Franzosen: 36 Prozent

Grenzen verschwimmen: Viele Deutsche machen auf Arbeit privates

Umgekehrt räumten auch 42 Prozent der deutschen Berufstätigen ein, mit Hilfe der elektronischen Geräte während der Arbeitszeit etwa private Mails zu lesen oder im eigenen Facebook-Account zu stöbern. Auch in dieser Disziplin werden sie von den österreichischen Nachbarn übertroffen, die mehrheitlich (52 Prozent) während der Arbeitszeit schon mal private Dinge erledigen.

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Keine Entspannung mehr durch moderne Technik

41 Prozent der Befragten aus Deutschland waren sich darin einig, dass die stärkere Vernetzung dazu beiträgt, nicht mehr richtig entspannen und abschalten zu können. Sogar mehr als die Hälfte der Spanier sieht das ebenso. Ein gutes Drittel der Deutschen sieht seinen Alltag durch Tablets, Smartphones und andere Vernetzungsprodukte erleichtert, fast genauso viele sind aber auch vom Gegenteil überzeugt.

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Arbeitgeber wollen Alternative zum Acht-Stunden-Tag

Arbeitgeber machten erst vor Kurzem den Vorschlag, den Acht-Stunden-Tag abzuschaffen, um die Arbeitszeiten flexibler gestalten zu können. Einige Unternehmen, die etwa viel mit Kunden aus anderen Zeitzonen zu tun haben, oder viel Projektarbeit haben, sehen darin bessere Chancen. Andere Unternehmen, beispielsweise BMW, betrachten es als Recht ihrer Angestellten, nach Feierabend nicht mehr behelligt zu werden.

Ständige Erreichbarkeit kann krank machen

Das Phänomen der dauernden Erreichbarkeit ist nicht neu. 22 Prozent der Befragten gaben im Rahmen einer Studie der Krankenkasse AOK an, dass sie auch in Privatleben, ihrem Arbeitgeber zur Verfügung zu stehen haben. Für ein Drittel stellt das eine enorme Belastung dar, da Erholungszeiten wegfallen und sie ständig unruhig sind und damit überfordert. Dies kann letztlich zu Burnout führen. Daher sollte man mit den Vorgesetzten klare Absprachen treffen, wann man erreichbar sein sollte.

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räc/Ife/news.de/dpa

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