Sahara-Sommer Juli 2015: Wann gibts Hitzefrei?: So gibt's Hitzefrei für Arbeitnehmer

Die Sommerhitze hat Deutschland fest im Griff - während sich die ersten schon in die Sommerferien verabschiedet haben, sehnen Schüler in zahlreichen Bundesländern das erste Hitzefrei des Jahres herbei. Doch wie sieht es eigentlich mit hitzegeplagten Arbeitnehmern an? Ab wann es hitzefrei im Büro gibt und welche Regeln für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gelten, erfahren Sie hier.

Temperaturen weit über 30 Grad, strahlender Sonnenschein, knallblauer Himmel - perfekteres Sommerwetter als das, welches uns Hoch Annelie derzeit beschert, gibt es wohl nicht. Besonders glücklich können sich all jene schätzen, die die heißen Sommertage am See oder im Schwimmbad verbringen können - doch was ist mit denen, die leider keinen Urlaub haben und bei sengender Hitze im Büro schwitzen?

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Hitzefrei an Schulen: Ab wann gibt es Hitzefrei für Schulkinder?

Bei jeder Hitzewelle dürften süße Erinnerungen an die Schulzeit wach werden: Kletterte das Thermometer über eine magische Grenze, gab es hitzefrei - unzweifelhaft eines der schönste Worte der gesamten Schulzeit. Auch dieser Tage dürften sich Schulkinder, die noch nicht in die wohlverdienten Sommerferien gestartet sind, über Hitzefrei freuen. Doch wer legt eigentlich fest, wann bei heißen Temperaturen der Unterricht ausfällt?

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Ausschlaggebend ist die Temperatur, die zu einem bestimmten Zeitpunkt im Schatten erreicht wird. Alternativ kann auch die Raumtemperatur als Richtwert angesehen werden. Allerdings regeln nicht nur die Bundesländer, sondern auch die einzelnen Schulen individuell, ab wann Hitzefrei gegeben wird. Meist obliegt es den Schulleitern zu entscheiden, ob der Unterricht im Sommer ausfällt.

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Hitzefrei im Büro: Diese Regeln gelten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Selbst wenn Arbeitnehmer der Schulbank schon einige Jahre entwachsen sind, so gibt es auch Regelungen für Hitzefrei am Arbeitsplatz. Detailliert geregelt ist das in einer Arbeitsstättenrichtlinie, die seit 2010 gilt. Darin heißt es, dass die Lufttemperatur in Arbeitsräumen nicht über 26 Grad liegen sollte - bis zu dieser Marke ist Arbeitnehmern eine Tätigkeit zuzumuten. Steigt die Temperatur im Büro, der Werkstatt oder einer anderen Arbeitsumgebung, muss der Arbeitgeber einschreiten, und zwar im Rahmen eines 3-Stufen-Modells.

Bei Temperaturen, die zwischen 26 und 30 Grad liegen, ist der Arbeitgeber angehalten, beispielsweise den Dresscode zu lockern oder kostenlose Erfrischungsgetränke für seine Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Klettern die Temperaturen am Arbeitsplatz über 30 Grad, sind diese Maßnahmen Pflicht. Kommt der Chef diesen Pflichten nicht nach, ist es nach Angaben von Juristen Arbeitnehmern gestattet, seinen Arbeitsplatz eigenmächtig zu verlassen - allerdings nur, wenn seine Gesundheit durch die Hitze am Arbeitsplatz erheblich gefährdet ist. Bei einer bestehenden Schwangerschaft oder körperlich anstrengender Arbeit sind diese Voraussetzungen beispielsweise gegeben.

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Hitzefrei ab 35 Grad? Diese Pflichten haben Arbeitgeber im Sommer

Sobald am Arbeitsplatz 35 Grad und mehr gemessen werden und diese Temperaturen auch durch Ventilatoren, Klimaanlagen oder ähnliches gesenkt werden können, ist der Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar. Arbeitgeber müssen dann für eine kühlere Arbeitsumgebung sorgen. Einige Chefs erlauben ihren Mitarbeitern dann auch die Arbeit in Gleitzeit, so dass die heißesten Stunden des Tages nicht im Büro verbracht werden müssen. Kommt der Vorgesetzte seinen Pflichten nicht nach, liegt ein Verstoß gegen das Arbeitsschutzgesetz vor - schlimmstenfalls werden Arbeitgeber, die ihre Angestellten bei Gluthitze im Büro schmoren lassen, mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro belegt.

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loc/sam/news.de

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