Berufsstatistik Hausfrauen leben länger als Hausmänner

Berufswahl
Mit diesen Jobs sind Sie Mittelpunkt

Von news.de-Redakteur Frank Willberg
Die Zeit des Jobwunders ist vorbei. An wunderlichen Jobs und Statistiken über Berufe mangelt es hingegen nicht. Eigentlich genießen wir heute eine freie Berufswahl - außer Kinder von Ärzten, die sehr häufig in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Aber in der Dienstleistungsgesellschaft sterben viele Berufe aus.

Manche Jobs sind überdurchschnittlich gefährlich: Wer in seinem Beruf alt werden möchte, sollte Gymnasiallehrer, Ingenieur, evangelischer Pfarrer oder am besten gleich Professor werden.

Die Lebenserwartung schrumpft rapide für Bergleute, Dachdecker sowie Gerüstbauer. Laut der britischen Versicherung Churchill Insurance verunglücken Fensterputzer, Soldaten und Feuerwehrmänner am häufigsten tödlich. Aber auch Journalisten im tagesaktuellen Nachrichtengeschäft schaffen es bei uns wegen Stress und Koffeinüberdosis im Durchschnitt nicht bis zur Rente (Lebenserwartung 53 Jahre).

Generell gilt, dass Menschen mit einem hohen Einkommen und guter Bildung älter werden als arme Schlucker. Denn sie ernähren sich bewusster, wohnen in besseren Gegenden, achten auf ihre Gesundheit und geben sich weniger dem Laster hin.

Für Lebensversicherungen und Berufsunfähigkeitsschutz teilen Versicherungen die Berufe in fünf Risikogruppen. Anwälte arbeiten in Gruppe eins risikoarm. In Gruppe fünf tummeln sich Bauarbeiter, Sprengmeister, Rangierarbeiter aber auch Kellner, wegen der notorischen Stolpergefahr. Selbst Köche erreichen nur in zwei von drei Fällen die normale Altersrente.

Das bisschen Haushalt...

Geschlechterspezifisch tut sich ein frappierender Unterschied auf: Hausfrauen genießen gute Lebensbedingungen, da ihr Ehemann ausreichend verdient, so dass sie im Durchschnitt länger leben als berufstätige Frauen, weiß Marc Luy. Im Gegensatz dazu haben «Männer, die zu Hause bleiben, eine kürzere Lebenserwartung im Vergleich zu allen anderen Männern», so der Forschungsgruppenleiter am Wiener Institut für Demografie in der Welt. Gründe seien das geringe Einkommen, oftmals Arbeitslosigkeit oder Krankheit als Grund der Arbeitslosigkeit.

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Welche Jobs sind am häufigsten?

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ermittelt 61,9 Prozent aller deutschen Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Lediglich 36,8 Prozent werden im produzierenden Gewerbe verortet. Der Rest arbeitet in der Landwirtschaft.

Das heißt: Arbeiter werden selten, Bauern sind hierzulande vom Aussterben bedroht. Produktivitätssteigerungen sind dafür ausschlaggebend. Während ein Landwirt vor gut hundert Jahren vier Menschen ernährte, versorgt er heute fast 150. In der Industrie nicht anders, so dass es vor allem viel zu verkaufen gibt.

15,2 Prozent aller Deutschen arbeiten im Handel. Platz zwei geht an das Gesundheits- und Sozialwesen mit 10,3 Prozent. Noch deutlicher illustrieren dies Zahlen aus den USA. 4,3 Millionen Amerikaner arbeiten im Einzelhandel, weitere 3,3 Millionen als Kassierer. Es folgen die Branchen Gastronomie/Lebensmittel, Gesundheitswesen sowie die Gruppe der Büroangestellten. Der seltenste Job der USA ist der Zahnprothetiker, derer es lediglich 310 im ganzen Land gibt.

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Die Geschlechterfrage

In Deutschland existieren so genannte Berufsordnungen, die sich gut nach Geschlechtern trennen lassen: Die mit Abstand meisten erwerbstätigen Männer sind Berufskraftfahrer (882.000). Soldaten, Büroangestellte sowie Unternehmer/Geschäftsführer belegen fast gleichauf die Plätze zwei bis vier (jeweils gut 460.000).

Frauen sind vor allem im Büro angestellt (1,4 Millionen), arbeiten im Gesundheitswesen (1,3 Millionen) oder als Verkäuferinnen (1,1 Millionen). Nur Verwaltungsfachleute/mittlerer Dienst gibt es bei Männern und Frauen ähnlich viele.

Die typischen Frauenberufe werden zwar schlechter bezahlt, bespielsweise auch Erzieherin, Gebäudereinigerin, Altenpflegerin, sind dafür aber risikoärmer. Der ungefährlichste Beruf überhaupt ist die Wissenschaft der Physik. Ansonsten arbeiten Ärzte (Frauenanteil 47 Prozent) ausgesprochen risikoarm.

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mar/kls/news.de

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