Geldanlage So werden Immobilien nicht zur Finanzfalle

Skurrile Grundstücke
Immobilien mal anders

Von Oliver Mest
Immobilien sind als langfristige Geldanlage sehr beliebt. Das lockt viele schwarze Schafe auf den Markt. Wer sein Geld nicht in einer Bauruine anlegen oder einen schnellen Wertverlust riskieren will, sollte sich nicht von gängigen Verkäufertricks täuschen lassen.

Die Bevölkerungszahl in Deutschland sinkt, bis 2030 leben hierzulande nach Expertenschätzungen einige Millionen Menschen weniger als heute. Und damit sinkt auch die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt. Damit ist für Immobilienbesitzer die monatliche Mieteinnahme langfristig keineswegs mehr sicher - vor allem nicht in durchschnittlichen und weniger begehrten Lagen. Zutreffen mag das allenfalls noch auf begehrte Innenstädte, wo es heute kaum Leerstand gibt. Aber auch das kann sich in 10 oder 20 Jahren ändern.

Dem Verkäuferspruch «Da können Sie nichts falsch machen» sollten Anleger bei Immobilien deshalb immer mit Vorsicht begegnen. Zudem gilt wie bei jeder Geldanlage: Sie muss auf die persönliche Situation zugeschnitten sein. Die eigene Immobilie kann sich als Flop erweisen, wenn nach zwei Jahren aus beruflichen Gründen ein Umzug ansteht und mit Verlust verkauft werden muss. Und eine vermietete Immobilie ist nur sinnvoll, wenn das Gesamtpaket stimmt.

Immobilien werden den Vermietern gern als Selbstgänger verkauft. Sie kaufen, vermieten, und am Ende gehört alles dem Käufer - ohne einen Euro selbst investiert zu haben.

Bei Immobilien genügt der Steuervorteil nicht

Mit den potenziellen Steuervorteilen und einer guten Miete mag das zwar möglich sein, wenn aber die Steuervorteile wegfallen, bricht auch das Modell in sich zusammen. Immobilien sollten deshalb immer so finanziert sein, dass die Miete die Zinsen und weitere anfallende Kosten deckt, die nicht umlegbar sind. Steuervorteile sind dann nur ein zusätzlicher Bonus.

Immobilien steigen immer im Wert - behaupten Optimisten und Verkäufer. Das Gegenteil beweisen aber etwa viele Immobilien im Osten, die durch sinnlose und überhöhte Subventionen völlig am Bedarf vorbei geplant wurden. Sie sind heute oft unvermietbar und damit faktisch nichts mehr wert. Aber nicht nur im Osten, sondern in ganz Deutschland gehen die Häuserpreise nach unten. Eine automatische Wertsteigerung ist also nicht vorprogrammiert.

Ein klassischer Irrtum ist auch, dass die Rate aus Zins und Tilgung bei Immobilien erst einmal niedrig angesetzt werden soll. Wer die Tilgung so klein wie möglich hält - etwa bei einem Prozent der Darlehenssumme pro Jahr -, obwohl er auch zwei oder drei Prozent stemmen könnte, bezahlt diese falsche Sparsamkeit teuer. Das Darlehen läuft dadurch unnötig lange, und die Zinslast steigt damit insgesamt immens an.

Informationen rund um Immobilien finden Sie unter www.myimmo.de.

Das Immobilienportal myimmo.de ist wie news.de Teil der Unister-Gruppe.

ham/news.de/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • hector
  • Kommentar 3
  • 04.01.2013 12:33

Es ist zwar richtig und auch natürlich, dass eine Immobilie im Wert auch fällt. Sie wird wie jedes andere Produkt auch, z.B. ein Auto, älter und verliert deshalb mit der Zeit an Wert, weil auch Reparaturen und Sanierungen erforderlich werden. Trotzdem ist die Immobilie ein bleibender Wert, wenn das Gebäude, aber auch die Umgebung Qualität aufweisen. Häuser können jahrhunderte alt werden und immer noch einen hohen Wert besitzen. Ich würde in eine Miet-Immobilie aber nur noch investieren, wenn ich auch in der Nähe (max 50km) wohne. Alles andere läßt sich schlecht überwachen und kommt im Laufe der Zeit teuer.

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  • hector
  • Kommentar 2
  • 02.01.2013 15:53

In vielen Städten wird auch der Abbruch von Wohnblöcken aus den 60er und 70er Jahren erforderlich, im Osten wie im Westen. Viele sind energetisch und substanziell derart schlecht, und eine Modernisierung lohnt bei vielen Gebäuden aus dieser Zeit einfach nicht. Deshalb kann man damit rechnen, dass Trabantenstädte aus dieser Zeit schon bald abgebrochen werden. Daran führt einfach kein Weg vorbei. In vielen Städten hat sich in den letzten Jahren die Wohnungssituation verschärft. Insofern ist heute eine Investition in einen energetisch optimalen Wohnungsbau die beste Anlage, wenn auch der Standort stimmt.

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  • hector
  • Kommentar 1
  • 02.01.2013 15:37

In Immobilien zu investieren ist gut, wenn die erforderlichen Mittel vorhanden sind. Auch und gerade im Osten lohnt der Immobilienerwerb für Eigennutzer, da diese heute billig sind. Mit der Ost-Immobilie hat man uns auch geködert, Mitte der 90er. Damals war es natürlich falsch, den Neubau einer Ost-Immobilie zu finanzieren. Das wissen wir heute. Bei uns im Süden sind in den letzten Jahren die Immobilienpreise explodiert. Da zahlt man heute 10 bis 15 Euro/qm Wohnungsmiete. Trotzdem ist der Zuzug ungebremst. Jede Bruchbude kann für 10 EUR/qm vermietet werden. Investoren in den Wohnungsbau sind aber rar.

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