Steuermythen Was der Fiskus sicher nicht zurückzahlt

Finanzbetrug
Riskante Steuertricks
Handwerker  (Foto) Zur Fotostrecke

Von Oliver Mest
Mit Versicherungen und Abrechnungen für Medikamente lässt sich in der Steuererklärung Geld zurückholen? Das sind nur zwei von vielen Irrglauben, die sich um die Steuererklärung ranken. Von welchen Vorstellungen Sie sich lösen sollten, erklärt news.de.

Langlebig ist das Gerücht, dass die Steuererklärung bis zum 31. Mai abzugeben ist. Dabei gilt diese Frist nur in Einzelfällen, wenn etwa die Steuererklärung in Eigenregie erstellt wird. Wer dagegen einen Steuerberater einschaltet, hat bis zum 30. September Zeit und bekommt auf jeden Fall eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember. Diese Fristverlängerung gilt auf Antrag auch für alle, die ihre Steuererklärung selbst erstellen. Es müssen lediglich Gründe für den Verlängerungswunsch genannt werden.

Ins Reich der Fantasie gehören steuersparende Versicherungen. Tatsächlich sind nach geltendem Recht einige Versicherungen nach dem Wortlaut des Gesetzes steuerlich absetzbar - etwa Kranken-, Haftpflicht-, Risikolebens-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Setzen Steuerzahler ihre Krankenversicherungsbeiträge aber ab und liegen diese höher als 1900 Euro - für Selbstständige gilt eine Obergrenze von 2800 Euro -, wirken sich andere Versicherungen steuerlich nicht aus, weil das Budget mit der Krankenversicherung ausgeschöpft ist.

Krankheitskosten sind nur in der Theorie steuerlich absetzbar. In der Praxis hat der Gesetzgeber eine hohe Hürde für die finanzielle Unterstützung vom Finanzamt aufgestellt: die «zumutbare Belastung». Wer Krankheitskosten absetzen möchte, muss einen Teil davon selbst tragen. Nur was darüber hinausgeht, macht sich steuerlich bemerkbar. Wie hoch der Anteil ist, hängt von Familienstand und Einkommen ab. Eine Familie mit zwei Kindern und einem anrechenbaren Einkommen von 40.000 Euro zahlt erst einmal 1200 Euro selbst, bevor das Finanzamt hilft. Alleinstehende mit 60.000 Euro Einkommen zahlen sogar 4200 Euro selbst. Unterstützung gibt es vor allem, wenn hohe Kosten auf ein geringes Einkommen treffen - in der Praxis ein eher seltener Fall.

Die Fahrtkosten sind eine weitere Oase der Legendenbildung. Wer nur Fahrtkosten steuerlich als Werbungskosten geltend machen kann, erzielt dadurch bei geringen Entfernungen oft keinen Vorteil. Damit sich Fahrtkosten steuerlich auswirken, müssen sie den ohnehin gewährten Pauschbetrag von 1000 Euro überschreiten. Das gilt auch für alle anderen Werbungskosten: Nur wenn sie insgesamt über 1000 Euro liegen, sind sie steuerlich sinnvoll. Die rühmliche Ausnahme sind Kinderbetreuungskosten: Die wirken ab dem ersten Euro.

Hier bei geld.de finden Sie ausführliche Informationen.

Das Portal geld.de ist Teil der Unister-Unternehmensgruppe, zu der auch news.de gehört.

ham/sca/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pazifiko
  • Kommentar 1
  • 04.12.2012 21:26

In einer Schmarotzerrepublik investiert ein Arbeitnehmer viel Geld in ein Kfz aus heimischer Produktion um damit zur Arbeit zu fahren zwecks Einkommen für seine Familie und sich sowie nebenbei auch den Staat (Steuerabgaben), und um nach einem Unfall mit Totalschaden auf dem Arbeitsweg keine Steuererleichterung zur Abmilderung noch bestehender Restfinanzierung zu bekommen, während Bezieher von staatlichen Fürsorgemitteln Prämien im Rahmen eines Konsumpaketes zur Förderung der nationalen Wirtschaft erhalten, mit der sie sich letztlich doch nur billige Vehikel aus Niedriglohnländern finanzieren!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig