Geld sicher anlegen Tricks gegen unseriöse Finanzberater

Ihr Kundenberater hat bereits ein Finanzkonzept parat, bevor er Ihnen guten Tag gesagt hat? Dann sollten Sie mit Ihrem Geld vorsichtig sein. (Foto)
Ihr Kundenberater hat bereits ein Finanzkonzept parat, bevor er Ihnen guten Tag gesagt hat? Dann sollten Sie mit Ihrem Geld vorsichtig sein. Bild: dpa

Von Oliver Mest
Manche Verkaufsgespräche für Finanz- oder Vorsorgeprodukte treiben Verbraucherschützern immer wieder die Zornesröte ins Gesicht. Denn häufig sind die sogenannten Berater selbst schlecht informiert. Dabei können Anleger den Verkäufer mit einigen Tricks leicht prüfen.

Niemand kann eine passende Geldanlage, Versicherung oder Vorsorgelösung verkaufen, ohne die persönliche Situation, die finanziellen Ziele und die Wünsche des Anlegers zu kennen. Denn die richtige Anlagestrategie lässt sich nur festlegen, wenn die individuelle Situation berücksichtigt wird.

Verbraucher sollten deshalb schriftlich festhalten, was sie wollen. Auf dieser Grundlage sollte dann das Beratungsgespräch geführt werden. So gehen Anleger und Versicherte sicher, dass ihre Vorstellungen berücksichtigt werden und der Verkäufer auch später nicht behaupten kann, die Kunden hätten etwas ganz anderes gewollt.

Heiklen Fragen entziehen sich schlechte Verkäufer gern durch Schwadronieren. Sie zitieren sinnloses Börsenlatein oder werfen mit Fachworten aus der Versicherungsbranche um sich - und kein normaler Kunde kann mehr folgen. Auf Nachfragen entgegen sie dann gern, dass der Anleger nicht alles im Einzelnen wissen müsse, oder er weicht auf eine Gegenfrage aus.

Gute Finanzberater verschweigen keine Risiken

Passiert das, weiß der Verkäufer oft selbst nicht, worüber er spricht. Gute Berater können dagegen geduldig zuhören, Fragen beantworten und offene Punkte so lange erklären, bis der Verbraucher sie verstanden hat. Ein seriöser Verkäufer geht offen mit den Kunden um und macht klar, wenn er auch nicht weiterhelfen kann. Im Idealfall verweist er dann an einen Kollegen oder reicht die gewünschten Informationen nach.

Ein guter Berater macht keine Versprechen, die er nicht halten kann - ganz im Gegenteil: Er lässt sich auf seine Zusagen festnageln und bestätigt schriftlich, was vom verkauften Produkt erwarten werden darf. Und er zeigt neben Möglichkeiten und Chancen auch die Risiken einer Anlage auf und fixiert das Gesagte schriftlich.

Wenn Verkäufer von Finanzdiensten den Taschenrechner herausholen, wird es oft abenteuerlich. Denn eins und eins ist dann selten zwei - vielmehr kommt ein Wert irgendwo zwischen null und zehn heraus.

Verbraucher sollten bei Renditen genau nachrechnen

In vielen Beratungsgesprächen werden Renditen errechnet, Zinsen in den Raum geworfen und Gewinne versprochen, die niemals möglich sein werden. Versprochene Renditen und Leistungen sollten deshalb immer selbst nachgerechnet und bei Abweichungen Aufklärung vom Verkäufer verlangt werden.

Viele Verbraucher lassen sich mit einem Augenzwinkern und einem Seitenhieb gegen das Finanzamt zum Kauf vermeintlicher Steuersparmodelle verleiten. Oft halten diese Modelle aber nicht, was sie versprechen - oder führen zu Stress mit dem Finanzamt. Solche Anlagemodelle sollten deshalb immer von einem unabhängigen Steuerberater überprüft werden.

Online finden Sie weitere Informationen zum Thema unter geld.de.

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ham/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Bonzengegner
  • Kommentar 1
  • 09.01.2013 14:19

Seriöse Verkäufer gibt es, zumindest bei den Banken, gar nicht (mehr). Ich war selbst in der Branche jahrelang tätig und ärgere mich noch heute darüber, täglich Leute wider besseren Wissens auf Druck der Geschäftsführung (!) übers Ohr gehauen zu haben. Verkauft wird nur, was einen möglichst großen Reibach fürs das Kreditinstitut bringt, nicht, was für den Kunden optimal wäre. Wer als Verkäufer die Vorgaben nicht erfüllt, der kann sich nach einem anderen Job umsehen. Bankberatung: Legalisierter Betrug, ausgeführt von der Kreditwirtschaft und gedeckt durch das politische System!

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