Abzocke bei Jobsuche Finger weg von diesen Nebenjobs!

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Ob im Internet oder in Zeitungsanzeigen: Verlockende Jobangebote, die Traumverdienste mit wenig Mühe versprechen, finden sich überall. Arbeitssuchenden blüht jedoch oft eine böse Überraschung statt der märchenhaften Karriere.

Jobportale im Internet, der Stellenmarkt in der Tageszeitung - diese Quellen sind nach wie vor die beliebtesten Anlaufpunkte für die Suche nach einem neuen Job. Besonders verlockend erscheinen Inserate, die mit wenig Arbeitsaufwand traumhafte Verdienste in Aussicht stellen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt Jobsuchende davor, dass viele lukrativ klingende Nebenjobangebote einen Haken haben. Wer beispielsweise auf eine Stellenausschreibung als Produkttester antwortet, muss oft erst ein mehrere Jahre laufendes Zeitschriftenabonnement abschließen, um die Stelle zu bekommen.

Windige Jobs gegen Vorkasse

Ebenso misstrauisch sollten Jobsuchende werden, wenn sie für einen Nebenjob in Vorkasse treten müssen - das angezahlte Geld sehen sie bestimmt nicht wieder. Und ob der neue Job angetreten werden kann, ist höchst zweifelhaft. Meist ist der Hinweis, dass der potenzielle neue Mitarbeiter zuerst zahlen soll, gut versteckt. Mal muss für den Job kostenpflichtiges Informationsmaterial angefordert werden, dann sollen Kandidaten zunächst ein teures Schulungsseminar absolvieren oder es ist zunächst die Aufnahme in eine Datenbank zwingend notwendig - gegen Bezahlung versteht sich. Jobsuchende sollten um derartige Offerten einen großen Bogen machen und nach seriösen Anzeigen Ausschau halten.

Beliebter Haken bei Angeboten, die etwa leichte Heimarbeit am PC versprechen: Oftmals erfahren Bewerber erst spät, dass für die Ausübung dieser scheinbar anstrengungsarmen Tätigkeit der Erwerb von spezieller Software oder von Zusatzgeräten nötig ist. Die Auslagen für diese Programme sind meist rausgeschmissenes Geld, oft melden sich die ominösen Arbeitgeber danach nicht mehr.

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Ähnliches gilt für die Arbeit als Model - die schillernde Modewelt ist der Traum junger Frauen. Wenn eine Agentur eine Gebühr verlangt, um Bewerberinnen in ihre Kartei aufzunehmen, steckt garantiert eine Betrügerfirma dahinter. Seriöse Modelagenturen verlangen niemals Vorkasse.

Mitunter geraten Jobsuchende ohne es zu ahnen an undurchsichtige Firmen. Unbedingt hellhörig werden sollten Sie, wenn Sie bereits beim ersten Kennenlernen vom potenziellen Arbeitgeber nach auffällig vielen persönlichen Daten gefragt werden. Meist wird dies damit begründet, dass nur mit diesen Angaben weitere Infos zum neuen Job ausgehändigt werden können - in Wahrheit werden die persönlichen Daten weiterverkauft und für Gewinnspiele und ominöse Werbeanrufe genutzt.

So erkennen Sie seriöse Jobangebote

Ob ein Stellenangebot ernst zu nehmen ist, erkennen Arbeitssuchende an mehreren Kriterien. Ist die Ausschreibung als Gesuch formuliert und enthält zumindest eine grobe Beschreibung der Tätigkeit, haben Sie wahrscheinlich eine seriöse Anzeige vor Augen. Finger weg heißt es jedoch bei Annoncen, die lediglich aufzählen, was nicht zum Tätigkeitsbereich gehört - zum Beispiel «Keine Verkaufstätigkeit!» oder «Kein Klinkenputzen!» - oder aus denen nicht hervorgeht, welche Fähigkeiten gefragt sind.

Selbst angegebene Kontaktdaten lassen Rückschlüsse zu, wie seriös eine Stellenausschreibung ist. Eine Kontakttelefonnummer, die mit 0900 beginnt, ist höchstwahrscheinlich eine Kostenfalle. Hat das Unternehmen eine Webseitenadresse angegeben? Dann prüfen Sie die Homepage zunächst, bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken. Ist im Impressum nur eine Postfachadresse genannt, sitzt die Firma im Ausland oder handelt es sich um eine real existierende Anschrift? Mitunter bringt auch die Online-Suche über das jeweilige Unternehmen Klarheit - zu viele negative Bewertungen sollten misstrauisch machen.

Top-Gehälter sind nur Köder

Selbst wenn Sie dringend einen Nebenjob brauchen: Lassen Sie sich nicht von utopischen Versprechen ködern. Mit leichter und frei einteilbarer Arbeit von zu Hause aus monatlich mehrere tausend Euro einstreichen - wären solche Angebote seriös, müsste niemand mehr jeden Cent zweimal umdrehen. Gesundes Misstrauen ist auch angebracht, wenn dazu «keine besonderen Vorkenntnisse» erforderlich sind.

Lukrative Angebote, die Spitzengehälter für die Arbeit auf Bohrinseln oder als Testfahrer für Luxusautos versprechen, sollten Sie von vornherein ignorieren - für solche Tätigkeiten werden ausschließlich Profis mit speziellen Kenntnissen und Berufserfahrung eingestellt.

Am sichersten finden Jobsuchende eine Nebentätigkeit im eigenen Bekanntenkreis - durch Tipps von Freunden lässt sich mitunter ein Nebenerwerb als Babysitter, Zeitungsausträger oder ähnliches finden, ohne dass ominöse Jobanbieter ihre Finger im Spiel haben. Zudem sind Privatanzeigen in Zeitungen und die Arbeitsagentur gute Anlaufstellen, um einen Nebenjob zu finden.

loc/sca/news.de/dpa

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