Inkassobüros So erkennen Sie unseriöse Abzockerfirmen

Kaum etwas löst mehr Panik aus als ein unerwarteter Brief von einem Inkassobüro. Wer mit Schulden zu kämpfen hat, wird durch derartige Post noch mehr verunsichert. News.de gibt Tipps, wie Sie mit solcher Post richtig umgehen.

Bevor Verbraucher auf eine schriftliche Forderung eines Inkassobüros reagieren, sollten sie vor allem eines tun: tief durchatmen und einen kühlen Kopf bewahren. Denn zwischen berechtigten Forderungen, die seriöse Inkassobüros im Namen von Gläubigern beispielsweise für unbezahlte Arztrechnungen oder das Onlineshopping einfordern, verbergen sich immer öfter Schreiben von schwarzen Schafen.

Woran Sie unseriöse Inkassobüros erkennen

Besonders stutzig sollten Schuldengeplagte werden, wenn sie Post von einem Inkassobüro anstatt - wie bisher - Briefe vom eigentlichen Gläubiger bekommen. Der wichtigste Schritt: Vergewissern Sie sich, ob Sie den erwähnten Gläubiger überhaupt kennen und ob die Möglichkeit besteht, dass Sie ihm Geld schulden. Haben Sie vorher keine entsprechende Rechnung für eine Ware oder Dienstleistung erhalten, ist die Forderung mitunter nichtig.

Mit einer kurzen schriftlichen Mitteilung an den Absender, dass Sie die Forderung nicht nachvollziehen können, keine ausstehenden Rechnungen haben und die Angelegenheit somit als erledigt ansehen, sind Sie auf der sicheren Seite. Verbraucherschützer empfehlen, auf Briefe von Inkassobüros möglichst zeitnah zu reagieren und, sofern die Forderungen berechtigt sind, die angegebene Zahlungsfrist einzuhalten.

Ignorieren ist der falsche Weg

Bei Unklarheiten kann ein Anruf beim Inkassobüro für Aufklärung sorgen - möglicherweise hat jemand Ihre Daten missbraucht und in Ihrem Namen Bestellungen aufgegeben. Kann das Inkassobüro die Forderung nicht glaubhaft nachweisen, ist das Schreiben gegenstandslos. Gleiches gilt, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass Sie weder eine Ware bestellt noch erhalten oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen haben. Eine kurze schriftliche Mitteilung an den Absender löst die Angelegenheit in den meisten Fällen.

Um auszuschließen, dass ein unseriöses Unternehmen an Ihr Geld will, gibt es mehrere Wege. Manchmal gibt schon der Briefkopf Aufschluss über die Seriosität einer Firma: Ist ein Postfach anstelle einer Postanschrift aufgeführt, fehlt eine Festnetztelefonnummer oder der Name eines Geschäftsführers, handelt es sich wahrscheinlich um eine Abzockerfirma. Der Absender hat seinen Sitz im Ausland? Dann sollten erst recht die Alarmglocken schrillen.

Zulassungen prüfen lohnt sich

Des Weiteren lohnt es sich zu prüfen, ob der Absender des Briefes eine Inkassoerlaubnis hat. Das lässt sich leicht im Internet überprüfen: Unter www.rechtsdienstleistungsregister.de sind alle deutschlandweit zugelassenen Firmen im Inkassobereich aufgelistet. Ist ein Unternehmen hier nicht aufgeführt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, eine unseriöse Forderungen bekommen zu haben. Um sich abzusichern, können Sie die Firma kontaktieren und fordern, dass der Auftraggeber offengelegt wird.

Erhalten Sie anstelle einer klaren Antwort nur einschüchternde Floskeln, sollten Sie die Forderung einfach ignorieren. Droht ein Inkassounternehmen mit einem Schufa-Eintrag oder einer Strafanzeige, dürfen Sie die Seriosität der Firma anzweifeln. Das gilt auch, wenn Ihnen eine Pfändung angedroht wird - diese darf nämlich nur nach einem entsprechenden Gerichtsentscheid durchgeführt werden.

Fordert ein Inkassobüro ein Schuldanerkenntnis oder eine Selbstauskunft, sollten diese niemals ungeprüft unterschrieben werden. Nur ein Gerichtsvollzieher kann eine gültige Eidesstattliche Versicherung abnehmen. Der sicherste Weg ist, eine Schuldnerberatungsstelle, eine Verbraucherzentrale oder einen Anwalt aufzusuchen und professionellen Rat einzuholen.

Einige Inkassounternehmen statten Hausbesuche ab. Auch hier gibt es klare Grenzen, denn im Gegensatz zu Gerichtsvollziehern haben Inkassofirmen keine amtlichen Befugnisse. In der Praxis heißt das, dass Inkassomitarbeiter keine Pfändungen durchführen oder unerlaubt die Wohnung betreten dürfen. Bereits ein Fuß in der Tür erfüllt den Tatbestand des Hausfriedensbruchs und kann zur Anzeige gebracht werden.

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Gerd
  • Kommentar 2
  • 25.08.2012 18:45
Antwort auf Kommentar 1

Hallo, genau richtig. Die Sicherheitsabteilung meiner Firma hat explizit vor solchen Mails gewarnt, der Dateiinhalt würde einen Trojaner enthalten. mfg

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  • RH
  • Kommentar 1
  • 25.08.2012 13:34

Ich bekomme immer wieder und das seit Monaten, per e-mail Zahlungsaufforderungen im 3-stelligen bis 5-stelligem Bereich. Um die Zahlungsdaten zu sehen wird man aufgefordert eine Anlage zu öffnen. Die Absenderangaben sind unterschiedlichste Personen-Namen. Die mails sind oft in etwas holprigem Deutsch geschrieben. Ja nicht die Anlagen öffnen! Die mail einfach löschen! Ich mache das bestimmt schon zum 20ten mal. Nie eine Reaktion mehr.

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