EU BDI sieht Fortschritte bei Bewältigung der Euro-Krise

Düsseldorf/Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht «eindeutige Fortschritte» bei der Bewältigung der Euro-Krise: «Wir erleben eine allmähliche Trendumkehr in der Schuldenpolitik, die bisher zum unbeschwerten Alltag vieler Regierungen gehört hat».

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BDI sieht Fortschritte bei Bewältigung der Euro-Krise Bild: dpa

Die Defizite in den Staatshaushalten hätten sich verbessert, etwa in Italien, Spanien oder Irland, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel der «Wirtschaftswoche». Zudem erhöhten die meisten Länder langsam ihre Wettbewerbsfähigkeit - trotz Rezession.

Allerdings verkauften sich die Krisenländer nach außen weiterhin unter Wert. «Ich verstehe Italien und Spanien hier wirklich nicht. Beide Länder müssten ihre Erfolge und Strategien offensiv vermarkten, anstatt ständig nach Hilfestellung zu rufen», sagte der BDI-Chef.

Einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält er inzwischen für eine gangbare Alternative. Sollte Griechenland die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Auflagen nicht einhalten, «wäre für Griechenland kein Platz mehr in der Euro-Zone», sagte Keitel. Ein Austritt Griechenlands stelle für die deutsche Wirtschaft keine Bedrohung mehr dar.

Sollte Athen jedoch die Auflagen erfüllen, sei der BDI für zusätzliche Maßnahmen, um der griechischen Wirtschaft auf die Beine zu helfen. «Ich könnte mir dann auch eine Art Sonderwirtschaftszone für Griechenland vorstellen, für zehn Jahre, mit Steueranreizen und ohne hinderliche Bürokratie, um dort attraktive Bedingungen für Wirtschaftsansiedlungen aus dem Ausland zu schaffen», sagte Keitel.

news.de/dpa

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