Handel Ermittlungen gegen Schlecker ziehen sich hin

Ehingen - Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den pleitegegangenen Drogerieunternehmer Anton Schlecker ziehen sich hin. Es gebe nach den Durchsuchungen von Wohnungen und Büros vor einem Monat eine große Menge an Beweisen, die nun gesichtet werden müssten.

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Ermittlungen gegen Schlecker ziehen sich hin Bild: dpa

Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag in Stuttgart. Details zu den einzelnen Tatvorwürfen nannte er mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Der «Spiegel» hatte berichtet, der Staatsanwaltschaft gehe es um die Frage, ob der heute 67-jährige Unternehmer schon Jahre vor der Insolvenz Teile seines Vermögens in Sicherheit bringen wollte.

Das Nachrichtenmagazin zitierte nach eigenen Angaben aus dem Durchsuchungsbeschluss, Schlecker habe schon durch den Umsatzeinbruch in den Jahren 2008 und 2009 erkannt, «dass die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens drohte». Von dieser Zeit an hätten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft «verdächtige unentgeltliche Vermögensübertragungen auf Familienangehörige» begonnen.

Als Beispiel werde unter anderem die Übertragung des Familienanwesens in Ehingen genannt. Außerdem habe Schlecker seiner Frau ein nach Ansicht der Stuttgarter Staatsanwaltschaft überhöhtes Gehalt von 60 000 Euro im Monat für ihre Tätigkeit in der Unternehmensführung bezahlt.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bekräftigte am Montag, wenn es anfechtbare Vermögensübertragungen gegeben habe, werde man das auch anfechten. Schlecker hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet, eine Rettung scheiterte. Ende Juni schlossen deutschlandweit die letzten Filialen, rund 25 000 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz.

Der Durchsuchungsbeschluss war die Grundlage dafür, dass Ermittler vor einem Monat mehr als 20 Wohnungen und Geschäftsräume unter die Lupe nahmen. Die Staatsanwaltschaft wollte damit Beweise gegen Anton Schlecker und 13 weitere Beschuldigte sammeln, gegen die sie wegen des Verdachts der Untreue, der Insolvenzverschleppung und des Bankrotts ermittelt.

news.de/dpa

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