Porsche Entscheidung über Wiedeking-Anklage frühestens November

Entscheidung über Wiedeking-Anklage frühestens November (Foto)
Entscheidung über Wiedeking-Anklage frühestens November Bild: dpa

Stuttgart - Über eine Anklage gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird frühestens im November entschieden. Damit kommt drei Jahre nach der erbitterten Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW Bewegung in das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Porsche-Lenker.

Die polizeilichen Ermittlungen seien nun abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Montag. Zuvor hatte der «Spiegel» über eine drohende Anklage wegen des Verdachts der Marktmanipulation berichtet.

Wiedekings Anwälte haben nach Angaben des Sprechers bis Ende Oktober Zeit, Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen. Demnach sollen der frühere Chef des Sportwagenbauers und der ehemalige Porsche-Finanzchef Holger Härter den Finanzmarkt über die Porsche-Pläne während der Übernahmeschlacht mit Volkswagen getäuscht haben. Wiedekings Sprecher verwies am Montag auf dessen Anwalt von der Kanzlei Feigen/Graf. Dieser weise die Vorwürfe «entschieden zurück». Ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird, entscheidet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft, nachdem die Stellungnahmen geprüft wurden.

Der Porsche-Dachkonzern (PSE) wollte sich am Montag nicht zu dem Verfahren äußern. Ein Sprecher betonte, dass die Holding selbst «nicht verfahrensbeteiligt» sei.

Wiedeking und Härter hatten im Sommer 2009 Porsche verlassen müssen und waren kurze Zeit später ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Einzelne Vorwürfe wurden allerdings zwischenzeitlich fallen gelassen.

Härters Anwältin Anne Wehnert zeigte sich am Montag zuversichtlich, auch den Vorwurf der Marktmanipulation widerlegen zu können. «Es ist immer exakt gemäß der Faktenlage berichtet worden», sagte sie auf dpa-Anfrage. Ihr Mandant habe Auskünfte stets nach bestem Wissen erteilt. Härter muss sich infolge des Übernahmedramas zwischen Porsche und VW allerdings auch wegen Kreditbetrugs vor Gericht verantworten.

Der kleine Sportwagenbauer wollte ursprünglich den viel größeren VW-Konzern übernehmen. Doch die Stuttgarter häuften einen massiven Schuldenberg an und scheiterten im Sommer 2009 mit ihren ehrgeizigen Plänen. Volkswagen drehte daraufhin den Spieß um. Drei Jahre lang rangen die beiden Autobauer dann um ihre gemeinsame Zukunft, seit der vergangenen Woche gehört der Sportwagenbauer (Porsche AG) nun komplett Europas größtem Autokonzern.

Kurzversion des «Spiegel»-Berichts

news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig