Elektro Finanzchef: «Europa ist für Siemens keine Schicksalsfrage»

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Finanzchef: «Europa ist für Siemens keine Schicksalsfrage» Bild: dpa

New York - Der deutsche Elektrokonzern Siemens bekommt die Schuldenkrise zu spüren. Vor allem in Europa bleiben die Aufträge aus. Andere Weltregionen halten sich besser.

Das gilt auch für die USA.

«In den Vereinigten Staaten machen wir den meisten Umsatz von allen Ländern, etwa 20 Milliarden Dollar pro Jahr. Damit sind die USA als Absatzmarkt größer als Deutschland. Rund 60 000 Menschen arbeiten hier für uns. Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt, und das werden sie auch in absehbarer Zeit bleiben», sagte Finanzchef Joe Kaeser der Nachrichtenagentur dpa.

Vor allem das Industriegeschäft ist in den USA stark, aber auch die Medizintechnik. Auch die Energietechnik sei traditionell stark dort. Hier liege die beste Zeit noch vor Siemens. «Wir sind der Überzeugung, dass die USA wegen der großen Vorkommen von Schiefergas vor einer industriellen Renaissance stehen. Es könnte allerdings noch etwas dauern, bis wir den Aufschwung auch in Aufträgen spüren», sagte Kaeser. Wir gehen davon aus, dass 2015/16 die Nachfrage steigen wird, vor allem nach unseren Gasturbinen.»

In Europa läuft es für Siemens allerdings überhaupt nicht rund, die Aufträge brachen im vergangenen Quartal um 36 Prozent ein, in den USA nicht mal halb so stark. «Die Vereinigten Staaten von Amerika, die gibt es wirklich. Die Vereinigten Staaten von Europa, die müssen sich noch finden. Die USA sind zwar im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt höher verschuldet als die 17 Eurostaaten zusammengenommen», sagte Kaeser. «Aber das Land verfügt über alle Möglichkeiten einer fiskalpolitischen Union, die es auch sehr effektiv einsetzt. In Europa passiert das so nicht.»

Dennoch sei Siemens stabil unterwegs. «Europa ist für Siemens keine Schicksalsfrage mehr. Wir agieren schon lange global und sind in vielen Volkswirtschaften etabliert. Wir rennen nicht bloß Trends hinterher. Im Zweifelsfall sind wir schon 100 Jahre in einem Land, bevor irgendeine Investmentbank mal wieder eine Boomregion ausmacht.» Siemens könne seine Ressourcen jederzeit umschichten.

Geschäftsbericht Siemens Q3

news.de/dpa

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