Computer Facebook macht Miese: Aktie fällt auf neues Tief

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Facebook macht Miese: Aktie fällt auf neues Tief Bild: dpa

Menlo Park/New York - Facebook bleibt für die Anleger eine riesige Enttäuschung: In den ersten Monaten an der Börse hat es einen dicken Verlust gegeben.

Die galoppierenden Kosten fraßen die Einnahmen auf. Zwar wächst das Soziale Netzwerk, aber nicht so rasant, wie sich das mancher Anteilseigner wünscht. Zudem sorgte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg mit einem fehlenden Ausblick für Verunsicherung. Die Aktie fiel auf einen neuen Tiefstand.

Unterm Strich verlor Facebook im zweiten Quartal 157 Millionen Dollar (128 Mio Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Auch der Spiele-Partner Zynga hatte am Vortag einen Verlust vermeldet und damit böse Vorahnungen geweckt. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 240 Millionen Dollar verdient. «Es gibt viele Herausforderungen, aber wir gehen sie an», sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Sein Auftritt war keineswegs sicher, hatte er sich doch nach dem gefloppten Börsengang im Mai rar gemacht. Aber es half nichts: Die ohnehin gebeutelte Aktie brach nachbörslich um 10 Prozent ein und baute ihre Verluste im frühen Handel am Freitag noch deutlich aus. Zwischenzeitlich lag das Papier um 17 Prozent im Minus bei 22,28 Dollar und erreichte damit ein neues Allzeittief. Neuaktionäre hatten beim Börsengang 38 Dollar je Anteilsschein gezahlt. Milliarden an Wert sind seitdem verpufft.

So mancher Börsianer vermisste klare Worte von Zuckerberg, wie sich das Geschäft im laufenden Quartal entwickelt. Üblich ist, dass ein Unternehmen zumindest eine vage Prognose abgibt. Die Unsicherheit sorgte für zusätzlichen Druck auf die Aktie. «Wir sind enttäuscht darüber, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat», sagte Finanzchef David Ebersman. «Aber wir sind das gleiche Unternehmen wie zuvor.»

Vor allem die Entlohnung der Mitarbeiter durch Aktien und dafür fällige Steuern rissen im zweiten Quartal ein dickes Loch in die Bilanz. Die Aktien waren durch den Börsengang fällig geworden. Zudem machte sich bemerkbar, dass Facebook stark in Produkte, Technik und Marketing investiert, um neue Nutzer und neue Werbekunden zu gewinnen. Die Investitionen verdreifachten sich und auch für das Personal muss Facebook mehr berappen: Die Zahl der Mitarbeiter stieg binnen eines Jahres von knapp 2700 auf annähernd 4000.

Immerhin hielt der Zustrom bei den Mitgliedern an: Ende Juni hatte Facebook 955 Millionen monatliche Nutzer nach 901 Millionen Ende März. Vor einem Jahr waren es erst 739 Millionen. Manche Analysten störten sich allerdings daran, dass die Zahl der täglichen und damit besonders wertvollen Nutzer zuletzt im geringeren Maße auf 552 Millionen zulegte.

Die wichtigen Werbeeinnahmen stiegen um 28 Prozent auf 992 Millionen Dollar. Insgesamt kam Facebook auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar und damit 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. «Wir sind gut aufgestellt beim Buhlen um Werbegelder», sagte die fürs Tagesgeschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg. Genau daran hatte es zuletzt aber Zweifel gegeben.

Vor allem die steigende Beliebtheit von Smartphones hatte sich als Problem herausgestellt - auf den kleinen Bildschirmen lässt sich kaum Werbung unterbringen. «Die mobile Nutzung ist eine große Chance für Facebook», versicherte indes Zuckerberg. «Die Leute nutzen Facebook stärker, wenn sie ein Smartphone haben.» Mittlerweile greifen mehr als die Hälfte aller Nutzer über ihr Handy auf das Netzwerk zu. Wieviel Geld über Smartphone-Werbung hereinkommt, schlüsselt das Unternehmen aber nicht auf.

Eine Durststrecke könnte Facebook überstehen: Die Kasse ist mit 10,2 Milliarden Dollar prall gefüllt - alleine 6,8 Milliarden Dollar davon stammen aus dem Börsengang.

Mitteilung Q2

Endgültiges Börsenprospekt

Ursprünglicher Börsenprospekt

news.de/dpa

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