Handel Baumarktkette Praktiker bleibt in roten Zahlen

Baumarktkette Praktiker bleibt in roten Zahlen (Foto)
Baumarktkette Praktiker bleibt in roten Zahlen Bild: dpa

Hamburg - Die angeschlagene Baumarkt-Kette Praktiker kommt nicht aus den roten Zahlen. Im zweiten Quartal 2012 stand unter dem Strich ein Verlust von 20,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

Im gleichen Quartal des Vorjahres verbuchte Praktiker ein Minus von 307 Millionen Euro.

Die Ergebnisse weichen aber auch wegen Sondereffekten stark voneinander ab und sind nicht vergleichbar. Auch der Halbjahresvergleich fällt wieder besser aus - unterm Strich mit einem Verlust von nur noch 97 Millionen Euro nach rund 323 Millionen Euro minus im Vorjahreszeitraum.

Der Konzernumsatz sank im 2. Quartal um 7,3 Prozent auf 887 Millionen Euro, zum Halbjahr liefen 1,5 Milliarden Euro auf (minus 4,5 Prozent). «Die Entwicklung im zweiten Quartal entspricht dem allgemeinen Branchentrend in Deutschland», sagte Vorstandschef Kay Hafner. «Sie spiegelt eine temporäre Marktschwäche wieder, keine spezifische Schwäche unserer Marken.» Im Monat April habe die gesamte Branche wegen des schlechten Wetters zweistellig im Minus gelegen. Deutlich schwächer als das Deutschlandgeschäft mit rückläufigen Erlösen von 1,7 Prozent im 1. Halbjahr fiel das Auslandsgeschäft aus. Es ging um rund 12 Prozent auf 383 Millionen Euro zurück.

Am besten schnitt innerhalb des Konzerns die Marke Max Bahr ab, die für die ersten sechs Monate einen stabilen Umsatz und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) von 16,7 Millionen Euro auswies. «Die stabile und gute Ertragsentwicklung zeigt, wie richtig und wichtig die Entscheidung war, die Ausrichtung unseres Geschäftsmodells zu korrigieren und im Inland massiv auf den Ausbau von Max Bahr zu setzen», sagte Hafner. «Max Bahr ist einfach unsere ertragsstärkste Marke.» Dieser Umbau schaffe die Voraussetzungen, dass der Konzern ab 2014 wieder Gewinne erwirtschafte.

Das operative Geschäft läuft vor dem Hintergrund eines Machtkampfes um die Finanzierung der Sanierung ab. Mehr als 200 Millionen Euro braucht der Konzern, um zu gesunden. Der deutsche Finanzinvestor Clemens Vedder ist bereit, sich mit einer Finanzspritze von zunächst 30 Millionen Euro beteiligen zu wollen. Dadurch erhält er nach Angaben des «Handelsblatts» (Donnerstag) einen Anteil von gut 25 Prozent an Praktiker. Damit wäre er größter Aktionär, wie Vedders Sprecher bestätigte.

Wie Vedder ist auch die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny gegen ein Hochzinsdarlehen des US-Investors Anchorage für Praktiker, das mit Max Bahr als Pfand unterlegt wäre. De Krassny spricht für rund 15 Prozent des Aktienkapitals. Kontakt zwischen ihr und Vedder habe es noch nicht gegeben, sagte sein Sprecher. Nach Ansicht des Investors ist das aktuelle Sanierungskonzept aufgrund der neuen Kapital-Konstellation ohne weiteres nicht mehr umsetzbar.

Pressemitteilung

news.de/dpa

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