Banken NordLB will bis zu 650 Jobs streichen

Hannover - Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) will in den kommenden Jahren bis zu 650 Jobs streichen.

NordLB will bis zu 650 Jobs streichen (Foto)
NordLB will bis zu 650 Jobs streichen Bild: dpa

Wo und wann die Kürzungen mittelfristig umgesetzt werden, könne man derzeit noch nicht genau sagen, erklärte ein Banksprecher am Dienstag in Hannover. Das Institut werde den Personalabbau über Vorruhestandsregelungen und auslaufende Stellen erreichen, hieß es. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Mit ihren Töchtern beschäftigt die Landesbank Niedersachsens und Sachsen-Anhalts weltweit rund 7300 Mitarbeiter.

Die Sparpläne seien im Unternehmen schon länger diskutiert worden, sagte der Sprecher: «Wir wollen die Verwaltungskosten stabilisieren auf dem Niveau von 1,1 Milliarden Euro und hausintern weitere Effizienzpotenziale heben. Das ist seit zwei Jahren ein Thema.»

Die NordLB hatte mehrfach beim Eigenkapital nachbessern müssen, um die Anforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA zu erfüllen. Am Mittwoch entscheidet die EU-Kommission über die Zulässigkeit der jüngsten Tranche staatlicher Beihilfen im Gesamtwert von inzwischen etwa 3,3 Milliarden Euro. Beim europäischen Banken-Stresstest im vergangenen Dezember war die Bank durchgefallen - allerdings auch, weil die EBA nur bis zum Herbst 2011 umgesetzte Kapitalstärkungen anerkannte.

Einen direkten Zusammenhang zwischen dem geplanten Jobabbau und der Brüsseler Beihilfe-Prüfung gibt es laut NordLB nicht. «Das sind Planungen der Bank selbst, die auch mit den Eigentümern so verabredet sind. Aber wir haben der EU-Kommission eben auch unsere Strategie vorgelegt, das Kostenziel genannt und verbindlich zugesagt, dass wir es umsetzen.» Wie gespart werden solle, liege im Ermessen der Bank.

Das Geldhaus schaffte es, relativ glimpflich durch die schwere Finanzkrise 2008/2009 zu kommen. Weil die EBA auf einer Quote des sogenannten harten Kernkapitals von derzeit neun Prozent besteht, damit Banken ihre Risikopuffer hinreichend stark halten, musste die NordLB ihre Eigenmittel dennoch in mehreren Etappen aufstocken.

Bis Ende 2011 waren es knapp 1,7 Milliarden Euro aus gewandelten stillen Einlagen des Landes Niedersachsen sowie Kapitalspritzen von Land und Sparkassen. Hinzu kamen höhere Gewinnrücklagen, die Wandlung weiterer stiller Einlagen bei der Tochter Bremer Landesbank und die Überführung einer Anleihe des Landes Niedersachsen in Stammkapital.

Nach Einschätzung von Vorstandschef Gunter Dunkel hat die NordLB diese Aufstockungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht nötig. 2011 steigerte sie ihren Nettogewinn trotz Euro-Schuldenkrise um 71 Prozent auf 536 Millionen Euro - wobei der Abbau eigener Risikopuffer eine wesentliche Rolle spielte. Teil des Sparkurses ist es nun, auch kleinere Büros wie im indischen Mumbai oder in Peking zu schließen. «Doch wir werden das Asien-Geschäft fortsetzen», betonte die Bank.

NordLB

news.de/dpa

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