Teure Versicherungen Unnötig ist noch untertrieben

Da schaut nicht nur der Hund blöd: Eine Krankenversicherung für Tiere ist aus Sicht von Verbraucherschützern überflüssig. (Foto)
Da schaut nicht nur der Hund blöd: Eine Krankenversicherung für Tiere ist aus Sicht von Verbraucherschützern überflüssig. Bild: dpa

Für alle Fälle abgesichert sein: Doch im Versicherungswahn gibt es Angebote, deren Nutzen infrage gestellt werden. Sie kosten nur unnötig Geld. Verbraucherschützer haben ihre ganz eigene Hitliste unsinniger Versicherungen zusammengestellt.

Nur kein Risiko eingehen - und am besten sich gegen alles versichern lassen. Verlierer ist dabei der Geldbeutel. Darum sollte ein Vertragsabschluss gut überlegt sein. Um den passenden Schutz auszuwählen, sollte der Versicherte sich fragen, was er zur Existenzsicherung benötigt.

Dazu gehören eine Krankenversicherung und Haftpflicht unbedingt auf die Liste. Weitere Angebote wie für das Haus und Rechtsschutz stehen weiter hinten an. Letztere ist nur bedingt hilfreich: Diese greift nur in nicht absehbaren Fällen ein. Denn war man schon beim Anwalt vor dem Vertragsabschluss wegen eines Falles, wirkt der Schutz nicht. Die Anbieter stellen auf stur.

Scherben bringen Glück

Wer Kinder hat, die gerne Fußball kicken, neigt schnell dazu, eine Glasbruchversicherung abzuschließen. Die ist jedoch unnötig, wie Verbraucherschützer erklären. Denn der Ersatz kaputter Scheiben ist meist in anderen Policen enthalten. Dazu zählen die Hausrat- und Gebäudeversicherung - beispielsweise wenn ein Sturm für den Glasschaden sorgt. Wenn aber der Fußball nicht ins Tor, sondern durch das Fenster fliegt, greift meist die Privathaftpflicht des Verursachers. Eine Glasbruchversicherung kann sich aber in einer Ausnahme lohnen: bei einem großen Wintergarten aus Glas.

Versicherung
Häufige Ursachen für Berufsunfähigkeit
Burnout (Foto) Zur Fotostrecke

Wer richtig Geld bei Versicherungen lassen will, der wird bei Angeboten rund um die Gesundheit schnell fündig. Der Bund der Versicherten (BdV) hat schnell seinen Favoriten gekürt: die Brillenversicherung. Einen Zuschuss für die Sehhilfe gibt es häufig erst, wenn sich die Dioptrien-Zahl um einen bestimmten Wert verändert oder nach einer bestimmten Jahresfrist. Zudem darf meist nur eine Brille aus dem Standardsortiment des Optikers gekauft werden, bei dem der Versicherungsvertrag besteht.

Doch die BdV-Hitliste der überflüssigsten Versicherungen führt eine andere Police an - die Sterbegeldversicherung. Bei den Verträgen handle es sich um eine verkappte Kapitallebensversicherung. Das Problem: Die Beiträge sind sehr teuer, unter anderem wegen des hohen Eintrittsalters. Wer durch die Police die Beerdigung finanzieren will, schneidet sich ins eigene Fleisch, denn es wird mehr eingezahlt als für die Familie übrig bleibt.

Tierversicherung für die Katz'

Deutschlands liebstes Kind ist nach dem Auto das Haustier. Doch Tierkrankenversicherungen sind im wahrsten Sinne des Wortes für die Katz'. Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mitteilt, seien die Beiträge hoch und es gelte eine Karenzzeit. Diese richten sich nach Gewicht und Größe des Tieres. Je mächtiger, desto teurer wird die Versicherung. Für einen Schäferhund beispielsweise muss Frauchen oder Herrchen bis zu 500 Euro im Jahr zahlen.

Handy-, Fahrrad- und Reisegepäckversicherung sind aus Sicht der Verbraucherschützer ebenfalls unnütz. Entweder wird das Geklaute durch andere Verträge abgedeckt wird oder es ist kaum möglich, den Schaden zu regulieren. Denn Bedingung ist es, den Diebstahl am Schadensort anzuzeigen. Das ist aber zum Beispiel vor dem Abflug am Flughafen leichter gesagt als getan.

sca/loc/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • jona968
  • Kommentar 3
  • 18.06.2012 09:57

Nun lese ich diesen Artikel der Verbaucherschützer wohl schon zum vierten Mal innerhalb der letzten drei bis vier Wochen - jedesmal auf einem anderen Portal. Leider werden die Argumente durch ständige Wiederholungen nicht besser. Und auf Anfragen beim BdV nach einer wirklich sinnvollen Alternative zu einer Sterbegeldversicherung reagiert keiner. Irgendwie ist der BdV so überflüssig wie geblümte Tapeten in der städtischen Abwasserkanalisation.

Kommentar melden
  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 2
  • 14.06.2012 15:13

Sind sie nicht goldig, die Verbraucherschützer? Mit der Aussage, in die Versicherung wird mehr eingezahlt, als ausbezahlt wird, liegen sie richtig. Wer hätte das gedacht? Das musste mal gesagt werden! Was ist das aber für eine Aufklärung: Kein Mensch schließt doch eine Krankenversicherung ab, um als Kranker bei der Versicherung abzukassieren. Ob ein Vieh versichert sein muss oder nicht, hat mit 500 Euro nichts zu tun. Diese Verbraucherschützer sollten mal die gesetzlichen Risiken der Tierhalterhaftung überprüfen, bevor sie laut geben. Gibt es eine Versicherung gegen Verbraucherschützer?

Kommentar melden
  • Witzburger
  • Kommentar 1
  • 13.06.2012 15:53

Versichern ist sowieso 'was für Pussies.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig