Effizientes Bauen Nullenergiehäusern gehört die Zukunft

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Vor gut einem Jahr ist die Energiewende angestoßen worden. Von einer erfolgreichen Realisierung kann jedoch nicht die Rede sein. (Foto) Zur Fotostrecke

Erst war alles passiv, doch jetzt werden die deutschen Hausbauer richtig aktiv. Der Trend geht zum Null- beziehungsweise Plusenergiehaus, das mehr Energie produziert als verbraucht. Die Konzepte erlauben dem Hausbauer, autark zu leben. Und die Ideen werden immer ehrgeiziger.

Auch wenn energiesparendes Bauen im Trend liegt, neu ist die Entwicklung nicht: Seit mehr als 30 Jahren wird in Deutschland geforscht, um klimaneutral wohnen zu können. Bestes Beispiel: Das Niedrigenergiehaus bildet seit mehr als 15 Jahren den gesetzlichen Mindeststandard für Neubauten.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) in Berlin rät, beim Hausbau oder der Renovierung die gesetzlichen Vorgaben zu unterschreiten und für die Zukunft zu planen. Angesichts der immens steigenden Energiekosten sei der Bau von energieoptimierten Häusern die einzige Möglichkeit, die Ausgaben für Strom, Heizung und Warmwasser niedrig zu halten und die Umwelt zu schonen.

Die Baukonzepte wurden im Vergleich der vergangenen Jahrzehnte immer kreativer und effizienter. Aus dem Niedrigenergiehaus haben sich die Effizienzhäuser 70, 55 und 40 entwickelt - das anschließende Passivhaus weicht mehr und mehr dem Null- und Plusenergiehaus. Alle Bauformen haben eines gemein: Das Wärmekonzept für die Gebäudehülle ist ideal, die Anlagetechnik ist hocheffizient und erneuerbare Energien werden eingebunden. Beim Null- oder Plusenergiehaus wird hinzukommend noch aktiv Strom produziert - überwiegend durch Photovoltaik.

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Schwarz-Gelb ist das Gefahrenzeichen für Radioaktivität. (Foto) Zur Fotostrecke

Doch was ist der Unterschied zwischen Null- und Plusenergiehäusern? Ersteres liegt vor, wenn die produzierte Strommenge im Haus auch komplett verbraucht wird. Gibt es einen Energieüberschuss, ist von einem Plusenergiehaus die Rede. Sie können sich selbst versorgen und werden als energieautark bezeichnet.

Stromüberschuss, um Elektroauto zu laden

Diese Bauform wird bei Fertighausherstellern immer mehr nachgefragt, wie der Bundesverband Deutscher Fertigbau in Bad Honnef bei Bonn erklärt. Die Interessenten fasziniere vor allem der Vorteil, mit dem überschüssigen Strom Geld zu sparen. Und zwar in doppelter Hinsicht: Wer beispielsweise ein Elektrofahrzeug hat, kann mit der hauseigenen Energie die Tankkosten minimieren.

Das Baukonzept ist nicht nur für private Bauherren lukrativ. Auch Bestandsimmobilien können auf den effizienten Standard gebracht werden. Bestes Beispiel ist der Umbau eines Hauses aus den 1970er Jahren, welches in Mühltal in der Nähe von Darmstadt steht. Es entstand ein Gebäude, das so effizient ist, dass es ein Elektroauto kostenlos aufladen kann.

Doch dem Traum vom autarken Haus sind Grenzen gesetzt. Nicht jeder Altbau lasse sich in ein Plusenergiehaus verwandeln, wie der Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung in Berlin erklärt. Das Grundstück müsse zuerst passen - beispielsweise dürften Schatten spendende Bäume die Solaranlage nicht behindern. Für die Altbausanierung gebe es zudem nicht immer die passenden Komponenten. Der Bundesarbeitskreis gibt jedoch zu bedenken, dass Energiesparen nicht alles sei: Es sollte bei der Sanierung auch auf die Architektur des Hauses Rücksicht genommen werden.

sca/loc/news.de/

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pazifiko
  • Kommentar 6
  • 12.08.2012 12:45
Antwort auf Kommentar 5

Aber wenn diese Leute sich immer noch die neuesten Flachbildfernsehgeräte und Videospielkonsolen leisten können, dann müßten sie doch eigentlich auch noch das nötige Kleingeld für die unverzichtbare Energie zum Betrieb dieser Geräte haben. Die Energie zum Beheizen der Wohnung wird Ihnen ja schon ganz unabhängig davon gewährt. Hingegen werden Arbeitnehmer als offizielle Knechte der Nation nicht gefragt, ob sie diese Kosten stemmen können oder nicht, sie "dürfen" immer blechen!

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  • langenbaph
  • Kommentar 5
  • 09.08.2012 20:26

Und wenn bei den Harz-IV-Empfängern reihenweise der Strom abgestellt wird, reden wir dann über Teilhabe armer Kinder an den neuen Medien, ja? Aber Vorsicht! Fallen bei diesen Leuten Fernseher und Playstation aus, könnte es sein, sie merken, daß sie keine Perspektive in der Welt der hochqualifizierten Umweltschützer mehr haben, und gehen dann auf die Straße. Und vielleicht gehen die nächsten potentiellen Opfer ja mit. Das könnte natürlich alles verderben, auch die tollsten Pläne für eine schöne neue Welt.

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  • Anja Tidgen
  • Kommentar 4
  • 05.08.2012 10:40

... und wer seine Blähungen in Tüten abfängt und damit Energie erzeugt, erhält das Bundesverdienstkreuz ? Nur weiter so mit diesem Schwachsinn!

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