Rentenversicherung Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig

Wenn die Gesundheit einem einen Strich durch die Rechnung macht, springt die Rentenversicherung ein: Arbeitnehmer, die nicht mehr voll berufstätig sein können, erwartet eine Erwerbsminderungsrente. Zum Leben reicht die Rente aber nur bei wenigen.

Im vergangenen Jahr gab es für die 180.000 Neurentner im Durchschnitt 596 Euro pro Monat vom Staat. Für viele zu wenig, um davon leben zu können. (Foto)
Im vergangenen Jahr gab es für die 180.000 Neurentner im Durchschnitt 596 Euro pro Monat vom Staat. Für viele zu wenig, um davon leben zu können. Bild: dpa

Dramatischer könnten die Zahlen nicht sein: Obwohl die Arbeitnehmer in die Rentenversicherung eingezahlt haben, reicht das Geld zum Leben nicht aus. Im vergangenen Jahr beispielsweise gab es für die 180.000 Neurentner im Durchschnitt 596 Euro pro Monat.

Die meisten Rentner mit Erwerbsminderung brauchen daher ein «Nebenjob». So darf jeder bis zu 400 Euro monatlich hinzuverdienen, der eine volle Rente bekommt, weil er aus gesundheitlichen Gründen nicht länger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Verdienen Betroffene mehr, wird die Rente schrittweise auf eine Dreiviertel-, Halb- oder Viertelrente zusammengestrichen.

Bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente wird die Verdienstgrenze anhand des versicherungspflichtigen Einkommens ermittelt - und zwar aus den drei Jahren vor Rentenbeginn. Je höher das Einkommen vor Renteneintritt war, desto mehr dürfen Rentner hinzuverdienen, ohne dabei Abschläge befürchten zu müssen. Grob gerechnet bleibt die teilweise Erwerbsminderungsrente aber abschlagsfrei bis zu einem Nebeneinkommen in Höhe von rund zwei Dritteln des früheren Bruttoverdienstes.

Versicherung: Häufige Ursachen für Berufsunfähigkeit

Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird nicht verrechnet

Zudem gibt es es noch eine lukrative Variante, an Geld zu kommen: Sowohl voll als auch teilweise Erwerbsgeminderte dürfen zweimal pro Jahr doppelt so viel wie üblich verdienen, ohne dass ihnen mehr von der Rente abgezogen wird. Diese Ausnahmeregelung greift bei Urlaubs- oder Weihnachtsgeld beziehungsweise Überstundenvergütungen. Beispiel: Wer eine volle Erwerbsminderungsrente bekommt und einen 400-Euro-Job hat, kann also in zwei Monaten jeweils bis zu 800 Euro verdienen. Und das ohne Rentenkürzung.

Doch was ist ein anrechnungspflichtiges Nebeneinkommen? Dazu zählen Arbeitslohn, Gewinne aus selbstständiger Tätigkeit und vergleichbare Einkommen sowie bestimmte Sozialleistungen. Miet- und Zinseinnahmen oder auch Leistungen einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen werden nicht mit der gesetzlichen Rente verrechnet.

Welche weiteren Richtlinien es bei den Verdienstgrenzen gibt, darüber informiert die Deutsche Rentenversicherung. Die Broschüre mit den wichtigsten Vorschriften gibt es auch im Internet zum Downloaden.

sca/loc/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • toni
  • Kommentar 2
  • 08.11.2012 12:17

Mein Name ist Toni,bin 64 Jahre,habe 45 Jahre bei Porsche gearbeitet. Habe 2 Renten und 2300 Euro im Monat zur Verfuegung.Ich bin im August 2012 fuer immer nach Thailand ausgewandert,ich habe eine 48 Jaehrige Thaipartnerin,den Schritt Auszuwandern habe ich nicht bereut. Hier ist es immer warm,Fisch,Reis,Obst,Gemuese und das Meer vor der Haustuere.Meine DT Bruttorente bekomme ich in Thailand Netto ausbezahlt.Nach DT will ich nicht mehr zurueck das Leben hier ist viel billiger und Angenehmer als in DT.Ich muss mich allerdings in Thailand selber Krankenversichern.Have a really nice day.Toni

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  • Klaus Madach
  • Kommentar 1
  • 30.07.2012 16:40

Kommen Sie mit Ihrer Rente um die Runden? Diskutieren Sie mit! Eine richtige Rentenberechnung beruft sich auf den letzten Jahres- durchschnitts des Nettolohnes.Einschließlich aller Prämien und Zulagen. Auf dieser Grundlage muß der monatliche Beitrag ermittelt werden. Also auch die bisherige Beitragsformel.Außerdem muß die Beitragserhöhung freigestellt und alle fünf Jahre eine Info über den zu erwartende Rentenleistung versendet werden. Jeder sieht dann,ob er in irgendeiner Versicherung einzahlt oder lieber in die Rentenkasse.Das ist gerechter,reeller und beruhigender.

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