VW VW gehört Dreiviertel-Mehrheit bei MAN

München - Volkswagen hat bei MAN nun endgültig das Sagen. Der Autoriese stockte seine Anteile an dem Münchner Lastwagenbauer über die Schwelle von 75 Prozent hinaus auf.Er hält inzwischen 75,03 Prozent der Aktien des Dax-Konzerns, wie VW am Dienstag in Wolfsburg mitteilte.

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VW gehört Dreiviertel-Mehrheit bei MAN Bild: dpa

«Das ist ein weiterer wichtiger Markstein, um auch im Nutzfahrzeuggeschäft unsere gemeinsamen Ziele im engen Schulterschluss zu erreichen», teilte VW-Chef Martin Winterkorn mit. Die Aktien von MAN kletterten anschließend deutlich um 9 Prozent nach oben - vermutlich hoffen etliche Börsianer auf weitere Zukäufe VWs. Die Wolfsburger halten sich dabei weiter alle Optionen offen.

Winterkorn hatte erst am Samstag einen grundlegenden Umbau der Konzernführung angekündigt, unter anderem um MAN, Scania und das VW-Nutzfahrzeuggeschäft enger zusammenzuführen - vor allem um Kosten zu sparen und das eigene Lastwagengeschäft im Ringen mit Konkurrenten wie Daimler schlagkräftiger zu machen.

Mit Hochdruck wolle VW nun Kostenvorteile verbuchen, kündigte der Konzern an. «Das ist wesentlich für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit von MAN, Scania und Volkswagen», sagte Winterkorn der Mitteilung zufolge.

Bis 2018 wollen die Wolfsburger der weltweit führende Autobauer sein und das Lastwagengeschäft soll dazu einen spürbaren Beitrag leisten. Im Zuge der Neuordnung an der Spitze soll der bisherige Scania-Chef Leif Östling im VW-Konzernvorstand diese Allianz koordinieren, die in den vergangenen Jahren zwar gewünscht wurde, aber nie richtig voran kam.

Spätestens seit dem Übernahmeangebot an die MAN-Aktionäre im vergangenen Jahr macht VW an dieser Front mächtig Druck und hatte im November die Mehrheit an MAN übernommen.

MAN werde wie Scania und die übrigen Marken im Konzern seine Eigenständigkeit aber bewahren, betont VW. Die Mehrmarken-Strategie sei Kern der gesamten Strategie. Ob VW weitere Aktien von MAN kaufen werde, ließ ein Sprecher des Konzerns am Dienstag offen. Mit dem Erreichen der 75-Prozent-Schwelle muss Volkswagen allerdings keine Mitteilungen mehr über eine weitere Aufstockung machen.

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, an bestimmten Schwellen über die Höhe ihrer Anteile an einem börsennotierten Unternehmen zu berichten. Direkte Folgen hat der Sprung über die 75-Prozent-Marke aber nicht.

Für den Abschluss eines sogenannten Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages, der der Muttergesellschaft den direkten Zugriff auf die Gewinne und die Unternehmensführung sichert, reicht mitunter ein geringerer Anteil. Für einen solchen Vertrag muss der Mehrheitsaktionär auf der Hauptversammlung der Tochter nämlich nur eine Stimmenmehrheit der anwesenden Aktien von 75 Prozent erreichen. Angesichts der meist geringen Präsenz von Aktionären auf den Treffen kann dies auch mit deutlich weniger Anteilen bereits gelingen.

news.de/dpa

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