Arbeitsmarkt Gute Chancen für Jobsucher

Gute Chancen für Jobsucher (Foto)
Gute Chancen für Jobsucher Bild: dpa

Nürnberg - Arbeitssuchende haben in Deutschland weiterhin so gute Chancen wie selten zuvor. Das Stellenangebot wächst aber nicht mehr so rasant wie in den beiden Vorjahren, wie der am Mittwoch veröffentlichte Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt.

Der auf Basis freier Stellen ermittelte Indikator lag im Mai mit 173 Punkten um drei Zähler höher als im April und acht Punkte höher als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenzahlen für Mai will die Bundesbehörde an diesem Donnerstag bekanntgeben.

Der Stellenindex zeige, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch sei, kommentierte die Bundesagentur. Die gute wirtschaftliche Situation trage weiterhin zu dem großen Bedarf bei. Besonders in der Zeitarbeit gibt es der BA zufolge großen Kräftebedarf - jede dritte Stelle wurde von Leiharbeitsunternehmen gemeldet. Auch der Groß- und Einzelhandel, Bauinstallationsbetriebe, die Gastronomie sowie das Gesundheits- und Sozialwesen suchten Mitarbeiter. Nahezu alle Branchen vermeldeten im Vergleich zum Vorjahr ein Plus - dieses werde aber von Monat zu Monat kleiner.

Der Jobaufschwung hat sich aber nach Experteneinschätzung im Mai weiter abgeschwächt. Die Zahl der Arbeitslosen sei in diesem Monat nur noch um rund 100 000 gesunken - und damit deutlich schwächer als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Das berichten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt gab es nach ihren Berechnungen im Mai 2,86 Millionen Jobsuchende. Das wären etwa 100 000 weniger als vor einem Jahr.

«Grundsätzlich setzt sich der gute Trend fort: Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin intakt, aber die ganze Entwicklung läuft stockender und zäher als im vergangenen Jahr», sagt der Commerzbank- Volkswirt Eckart Tuchtfeld. «In den kommenden Monaten kann es auch mal einen Rückschlag geben», vermutet er. «Was man derzeit spürt, sind die Schleifspuren des konjunkturell schwachen Winterhalbjahrs.»

Auch Allianz-Volkswirt Rolf Schneider rechnet für die nächsten Monate mit Rücksicht auf saisonale Faktoren eher mit einer stockenden Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Ein etwas runder laufender Konjunkturmotor könne aber gegen Jahresende für neuen Schwung sorgen. Schneider schließt für das vierte Quartal einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf 2,6 bis 2,7 Millionen nicht aus. Das wären immerhin etwa 200 000 weniger als im Mai.

Die Fachleute sind sich einig, dass eine gute Entwicklung stark von der Euro-Schuldenkrise abhängt. Weitere Probleme in Griechenland, Spanien und Portugal könnten rasch zur Wachstumsbremse in Deutschland werden und sich binnen kurzer Zeit auf den Arbeitsmarkt auswirken. Zum Austritt Griechenlands aus dem Euroraum dürfe es auf keinen Fall kommen, mahnt Allianz-Volkswirt Rolf Schneider.

news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig